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Kennzeichen aus Kunststoff: Das Startup Kenntech will das Produkt auf dem Markt etablieren. In der kommenden Woche eröffnet Gründer Zabi Aslami sein zweites Geschäft an der Schützeberger Straße in Wolfhagen. Seine Angestellten Jessica Vogelmann (Mitte) und Kristina Krause sind Ansprechpartnerinnen vor Ort.

Zwei Standorte in Nordhessen

Alternative zu Aluminium: Startup verkauft Nummernschilder aus Kunststoff

Das Melsunger Startup-Unternehmen Kenntech bietet Auto-Nummernschilder aus Kunststoff an. Die Schilder sind recycelbar und produzieren bei der Herstellung weniger CO2, als der Klassiker aus Aluminium. 

Wolfhagen ist der zweite Standort für das Startup-Unternehmen Kenntech aus Melsungen, das Autokennzeichen aus Kunststoff anbietet. In der kommenden Woche eröffnet Firmeninhaber Zabi Aslami zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen Jessica Vogelmann und Kristina Krause an der Schützeberger Straße seinen zweiten Store in Nordhessen, wie er seine Geschäfte nennt. Bis Ende des Jahres will er in den Landkreisen Kassel und Waldeck-Frankenberg noch zwei weitere Filialen aufbauen.

„Ich hatte die Idee, ein innovatives Produkt zu vermarkten“, sagt der 39-Jährige, der noch bis zum Sommer kommenden Jahres als Hauptfeldwebel bei der Bundeswehr im Dienst ist und derzeit an seiner beruflichen Zukunft arbeitet. Seit 2013 seien die Kennzeichen zugelassen, die ein Chemiker aus Passau entwickelt hat und die als Alternative zu Nummernschildern aus Aluminium angeboten werden.

Weniger CO2-Emissionen

Aus Sicht Aslamis liegen die Vorteile des Produkts auf der Hand: Die Kennzeichen seien flexibel und stoßfest, Schmutz bleibe nicht haften. Da sie nach Verbiegen in ihre ursprüngliche Form zurückkehrten, gebe es keine Beulen. Auch Kratzer und Verfärbungen durch den Einfluss von UV-Strahlung seien passé. Das Material sei recycelbar und könne geschreddert werden. Für eine gute Ökobilanz spreche für Aslami die Tatsache, dass bei der Herstellung des Kennzeichens nur ein Viertel der CO2-Emission entstehe, die beim Fertigungsprozess eines Nummernschildes aus Aluminium freigesetzt werde.

Die Innovation habe ihren Preis. Gegenüber herkömmlichen Autokennzeichen aus Metall, die Kunden bei Kenntech ebenfalls erwerben können, müssen Käufer für ein Nummernschild aus Polycarbon tiefer in die Tasche greifen – das Schilder-Set koste 54,90 Euro. Allerdings könne man wählen zwischen einer Optik in Schwarz-Matt, Klavierlack und Carbon, einer Oberfläche, wie man sie von Fahrradrahmen kennt. Die Kunststoff-Buchstaben werden auf eine beschichtete Platine geprägt, wodurch ein 3 D-Effekt entstehe und auf der Rückseite vernietet. „Nach wenigen Minuten hält der Kunde sein Kennzeichen in den Händen“, sagt der Melsunger.

Seine Entscheidung für den Standort Wolfhagen hatte mehrere Gründe: Zum einen sei hier eine Zulassungsstelle angesiedelt und die Konkurrenz überschaubar. Zum anderen glaube er an die Kaufkraft des Publikums. Und schließlich habe er eine attraktive Immobile in der Altstadt anmieten können.

Sind alle vier Stores auf den Weg gebracht, sollen sie sich im Laufe des nächsten Jahres etablieren. Und ab 2019 will sich Kenntech dann von Nordhessen aus in ganz Deutschland ausdehnen.

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