+
Tatort Berlin: Eingang zum U-Bahnhof Schönleinstraße.

Mutmaßliche Täter sind Zuwanderer

Kommentar zum angezündeten Obdachlosen: Aufklären und strafen

Der Angriff auf einen Obdachlosen in Berlin ist wohl aufgeklärt. Sieben Männer wurden festgenommen. Die Tat spricht für mehr Videoüberwachung - aber nicht unbegrenzt, meint unser Autor.

Kann es noch Zweifel an der Bedeutung von Videoüberwachung für die Ermittlungsarbeit der Polizei geben? Wohl kaum, wie ein Fall nach dem anderen beweist. In Windeseile werden Verdächtige identifiziert und ihre Wege rekonstruiert. Videoüberwachung hilft der Polizei – und damit uns allen. 

Das Argument gegen einen immer dichteren Ausbau der Videoüberwachung ist allerdings stark. Für einen Missbrauch von flächendeckend erhobenen und gespeicherten Daten bräuchte es nicht einmal eine böse Behörde. Böse Hacker würden schon reichen. 

Im Fall der sieben Flüchtlinge aus Syrien und Libyen, die in der Weihnachtsnacht einen schlafenden Obdachlosen angezündet haben sollen, ist die Tat klar. Ebenso wie bei jenem bulgarischen Staatsbürger, der vor kurzem in Berlin eine Frau eine Treppe hinuntertrat. 

Die Würde des Menschen ist unantastbar? Solche Taten zu verhindern oder wenigstens aufzuklären, rechtfertigt Videoüberwachung an all jenen öffentlichen Orten, an denen auf keine soziale Kontrolle gehofft werden kann.

Dass die mutmaßlichen Täter Zuwanderer sind, macht ihre Taten, um ein Wort von Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Anschlag von Berlin aufzugreifen, besonders widerwärtig. Und zwar nicht deswegen, weil Zuwanderer bessere Menschen sein müssten als Einheimische. Sondern weil Neuankömmlingen hierzulande mit hohem Aufwand Schutz, Chancen und Förderung geboten werden. 

Wem so viel Unterstützung widerfährt, von dem ist vielleicht nicht Dank gefragt, aber ganz sicher auch nicht das Gegenteil davon. Sechs der Berliner Tatverdächtigen waren bereits polizeibekannt, unter anderem wegen Körperverletzung. Das wirft die Frage auf, was die jungen Leute noch anstellen müssen, bevor ein Gericht ihnen klar macht, dass sie so in Deutschland keine Zukunft haben.

Autor

Auch interessant

Meisterwerk made in Kassel: Jazz-Legenden Ron Carter und Richard Galliano

Meisterwerk made in Kassel: Jazz-Legenden Ron Carter und Richard Galliano

Baby-Wollschweine und Frischlinge: Ferkel-Alarm im Tierpark Sababurg

Baby-Wollschweine und Frischlinge: Ferkel-Alarm im Tierpark Sababurg

Fast täglich dürfen gefährliche Insassen das Ziegenhainer Gefängnis verlassen

Fast täglich dürfen gefährliche Insassen das Ziegenhainer Gefängnis verlassen

Newsletter abonnieren

Newsletter abonnieren Täglich gibt es auf Sieben besondere Geschichten aus der Region und der Welt: Exklusive Porträts, Interviews, Texte, Bilder und Videos, aber auch Gastbeiträge angesagter Blogger und Kolumnen unserer Redakteure.

Sieben ist mehr für dich. Verpasse deshalb kein Thema mehr und abonniere den Sieben-Newsletter. Hier abonnieren: HNA Sieben per Mail, einmal die Woche.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Die Redaktion behält sich vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Mehr zur Netiquette.