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Gekühlt: Lachs auf einem Wochenmarkt.

App-Tipp

How much is the fish? Der mobile Einkaufsratgeber für Lachs & Co

Vegetarisch, vegan, Paleo, low carb - was darf man überhaupt noch essen? Um diese Frage ist längst ein Glaubenskrieg entbrannt. Bei unserem heutigen App-Tipp brauchen Veganer und die meisten Vegetarier jedenfalls gar nicht erst weiterlesen.

Wissenschaftler streiten, ob die Ostsee zu warm für den Dorsch wird. Korallenriffe weltweit sind durch Klimawandel, Verschmutzung und Überfischung auf Dauer beschädigt. Eine UN-Organisation fordert das Ende aller Fischereisubventionen. Der europäische Fischfang wird aus Sicht der zuständigen Rechnungsprüfer zu schlampig kontrolliert.

Das sind nur einige der Themen, die die Deutsche Presseagentur (dpa) in den letzten Wochen und Monaten behandelt hat. 

Fest steht: Die Gewässer dieses Planeten, inklusive ihrer Bewohner, haben ein Problem. Viele Menschen haben das bereits erkannt: Die Verschmutzung der Meere ist für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren laut einer Forsa-Umfrage das bekannteste Umweltproblem - noch vor dem Klimawandel. 

Zeit, etwas dagegen zu tun. 

Deswegen haben die Umweltverbände World Wildlife Fund (WWF) und Greenpeace Einkaufsratgeber für den Fischeinkauf herausgegeben, die auch als App verfügbar sind. Beide Angebote unterscheiden sich nicht wesentlich voneinander, die WWF-Anwendung ist optisch jedoch ansprechender aufgebaut - und mit lediglich 12 MB deutlich kleiner als die Greenpeace-App (100 MB). Zudem wird man auf aktualisierte Bewertungen hingewiesen, die sich dann direkt herunterladen lassen.

Zu den Arten wird jeweils eine Legende angeboten, die darüber informiert, ob ein Verzehr empfehlenswert sei oder nicht. Bei Greenpeace mit den Klassifizierungen "Empfehlenswert", "Ausnahmen", "Nicht empfehlenswert", beim WWF heißt es "Gute Wahl", "Zweite Wahl" und "Lieber nicht". 

APP-DOWNLOAD

WWF Fischratgeber

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Greenpeace Fischratgeber

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Die Nachfrage regelt das Angebot

Die Organisationen werben dafür, Fisch lediglich als Delikatesse und nicht als alltägliches Konsumgut zu betrachten. Aus gutem Grund: Der WWF erwartet, dass sich Millionen Menschen im Süden der Welt ihr Grundnahrungsmittel Fisch im Jahr 2050 nicht mehr werden leisten können.

Auch deswegen sollte beim Einkauf besonders darauf geachtet werden, welche Ware am Ende im Wagen landet und auf welche man verzichten sollte - schließlich regelt erst die Nachfrage das Angebot. Doch nur zwei Prozent der Deutschen wissen, was bedenkenlos verzehrt werden kann und was von Überfischung bedroht ist. Wie zum Beispiel Thunfisch, Seeteufel, Kaiserbarsch. 

Weitere Beispiele:

  • AAL: lieber nicht. Der europäische Flussaal wird in der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation IUCN als vom Aussterben bedroht geführt.
  • ALASKA-SEELACHS: Greenpeace rät unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit generell vom Kauf ab, der WWF zumindest dann, wenn er im westlichen Teil der westlichen Beringsee gefangen worden ist.
  • AUSTERN: Können bedenkenlos verzehrt werden. 
  • DORNHAI/SCHILLERLOCKE: Davon sollte man aus Sicht der Umweltschützer die Finger lassen. Der WWF rät vom Verzehr von Hai und Produkten wie Schillerlocken ab, da die meisten Arten aufgrund ihrer Biologie sehr anfällig für Überfischung sind.
  • KABELJAU/DORSCH: Darauf sollte zumindest verzichtet werden, wenn er aus Wildfang in bestimmten Bereichen des Nordostatlantiks, Nordwestatlantiks, der westlichen Ostsee und dem Nord-Pazifik stammt.
  • LACHS: Vor allem wenn er in der Beringsee (Nordwestpazifik) oder in der Ostsee gefangen wurde oder aus chilenischer Zucht stammt, rät der WWF vom Kauf ab. Lachs aus europäischer Bioaquakultur gilt dagegen als unbedenklich, ebenso Wildfang aus dem Nordostpazifik bei Alaska und Kanada
  • ROTBARSCH: Darauf sollte man besser verzichten, weil die Bestände gefährdet sind.
  • THUNFISCH: Roter Thun und Blauflossenthun sollten gar nicht auf den Teller kommen. Roter Thun wird auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet aufgeführt, Blauflossenthun als vom Aussterben bedroht. Bei anderen Arten sollte man darauf achten, wo sie herkommen und wie sie gefangen wurden.
  • WELS: Stammt aus geschlossenen Kreislaufanlagen, Teichen in Deutschland, den Niederlanden und Polen. Gilt als gute Wahl.

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