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Hat sich als Nordhessin einen Namen gemacht: Foodbloggerin Ivonne Rode aus dem Borkener Stadtteil Dillich.

"Backen verbindet Generationen"

Hausmannskost kann so lecker sein: Ivonne Rode verwöhnt als Foodbloggerin Nordhessin

Früher buk Ivonne Rode mit ihrer Mutter Leckereien aus einem handgeschriebenen Rezeptbuch. Mittlerweile hat sich die 36-Jährige aus Borken als Foodbloggerin Nordhessin einen Namen gemacht. Nicht nur Sieben-Lesern schmeckt es. 

Es riecht nach frisch Gebackenem. Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit in Mutters Küche werden wach: An den Klaps auf die ausgestreckte Hand mit dem Zeigefinger, der gerade im frischem Teig versunken war, der so lecker schmeckte, dass man immer naschen musste. Doch jetzt sind wir in der Küche der Foodbloggerin „Nordhessin“, der Küche von Ivonne Rode. „Ivonne mit I, nicht mit Ypsilon“, schreibt sie auf ihrer Homepage. Sie wohnt im Borkener Stadtteil Dillich, ist Kuchenliebhaberin, Hobbyfotografin und liebt Musik.

Wie die Mutter so die Tochter.

Keiner kann ihr Lebensgefühl besser beschreiben als sie selbst. „Leute, ich bin jetzt 36 Jahre alt. 36!!! Wie konnte das denn so schnell passieren? Ich war doch gerade eben noch auf der Realschule und hatte Karten für die Backstreet Boys. Wo ist die Zeit hin? Und wieso sieht Nick Carter plötzlich so alt aus? Und wann zur Hölle kommt endlich dieses Erwachsen-sein-Gefühl? Müsste das nicht so langsam mal aus der Ecke gekrochen kommen?“

Aus dieser Zeit, als sie mit ihrer Mutter Heidrun in der Küche werkelte, stammen ihre ersten Backerfahrungen. Immer sonntags wurde gebacken – ganz traditionell nach Rezepten aus dem handgeschriebenen Rezeptbuch: Rührkuchen mit Obst, Hefezöpfe mit Rosinen, Bätterteigteilchen mit Marmelade und Torten mit Buttercreme. Ihr allererster selbstgebackener Kuchen war ein Käsekuchen, natürlich an einem Sonntag produziert und natürlich war die Mama dabei. Der ist bis heute ihr Lieblingskuchen. Und gebacken wird nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch für Freunde und Verwandte. Wenn Feste anstehen, gibt’s statt Blumen Kuchen und Torten. Geschenke der besonderen Art, selbstgemacht und sehr begehrt.

Anstelle der handgeschriebenen Kladde von Mutter Heidrun entschied sich Ivonne Rode – den steten Wunsch des Freundeskreises nach Rezepten im Ohr –, einen eigenen Back-Blog zu zu schreiben. Es war die Anfangsphase der Bloggerbewegung. Auf Blogger.com postete sie über ihren eigenen Server von nun an ihre Rezepte, für jeden ihrer Follower rund um die Uhr online abzurufen.

Dabei ging es für sie nicht darum, davon zu leben. Ihr Antrieb war die Lust zu kommunizieren, sich auszutauschen, mit Freunden in Kontakt zu bleiben, mit Fremden in Kontakt zu kommen. Bei einer Back-Show, wie sie zur Zeit im TV laufen, würde sie nie mitmachen. Zu knapp ist nach ihrer Ansicht die Zeit bemessen, und der Stress würde ihr die Freude und die Entspannung, die sie beim Hobby empfindet, nehmen.

Ivonne Rode backt in der Tradition guter alter Hausmannskost. Wenige Zutaten findet man in ihren Rezepten, meist nicht mehr als fünf. Die Rezepte sind unkompliziert, die Zutaten überall erhältlich. Das nimmt auch Anfängern die Angst vorm Backen und spornt zum Nachmachen an. Die tragenden Säulen ihrer Back-Philosophie sind Tradition, Region und Saison. Der Mann an ihrer Seite wurde mit Herzwaffeln geködert und ist bis heute noch dankbarer Abnehmer der Leckereien, der – nach wie vor – sonntäglichen Back-Events.

Mehr als fünf Zutaten braucht sie nicht.

Auf ihrem Blog nordhessin.de und im Online-Magazin HNA Sieben verrät sie regelmäßig neue Rezepte. Dort zeigt sie in Wort und Bild, wie Blechkuchen, Muffins, Obstkuchen und Kekse entstehen. Viele begeisterte Reaktionen geben ihr die Sicherheit, ihre Follower zu erreichen.

„Das Backen ist mein Hobby. Es verbindet Generationen und ist positiv, denn in kurzer Zeit habe ich ein leckeres Ergebnis und Backen macht glücklich“ strahlt Ivonne. Und dann sinniert sie über ein Phänomen, das man auch bei Mitbringseln aus dem Urlaub kennt. „Ich backe viele Kuchen und Plätzchen nach dem gleichen Rezept wie meine Mutter. Bei ihr schmeckt es immer besser.“ Mama bleibt halt Mama.

Von Lothar Koch

Alle Rezepte der Nordhessin aus unserem Magazin gibt es hier.

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