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Wie in einer anderen Landschaft: Der Burghasunger Gerd Appel liebt den schroffen Fels am Klippenweg, der den Burghasunger Berg prägt. An einigen Stellen tut sich ein grandioser Ausblick auf das Wolfhager Land auf. Im Hintergrund ist der Isthaberg zu erkennen.

Biotope auf engstem Raum

Alpenflair im Altkreis Wolfhagen: die Felsformationen am Burghasunger Berg 

Der Burghasunger Berg im Altkreis Wolfhagen ist geprägt von einem nahezu ebenen Gipfelplateau und steilen Felsklippen. Wir stellen das Naturschutzgebiet, in dem mehrere Biotope auf engstem Raum aufeinander treffen, vor.

Der Klippenpfad im 9,3 Hektar großen Schutzgebiet Burghasunger Berg ist nur wenige Meter lang. Diese wenigen Meter aber haben es in sich: Senkrecht ragen zu beiden Seiten des Weges die Felsen in den Himmel. Vom Basalt tropft unaufhörlich Wasser zu Boden. Die Nischen und Spalten im Vulkangestein bieten dem Südlichen Wimpernfarn, der in Hessen hohen Seltenheitswert hat, und weiteren Farnen ideale Lebensbedingungen.

Grüner Vorhang: In seiner Kindheit hatte Gerd Appel freien Blick auf die mächtigen Basaltfelsen. Sie liegen längst verborgen hinter Bäumen und Efeu.

Jedes Mal, wenn Gerd Appel den steilen Klippenpfad unter die Füße nimmt, fühlt er sich wie in einer Klamm in den Alpen. „Nur der Bach fehlt“, sagt der Burghasunger, der dieses besondere Fleckchen Natur seit Kindertagen ins Herz geschlossen hat und sich an dessen Pflege beteiligt. Die besteht vor allem im Freischneiden verbuschter und zugewachsener Passagen zusammen mit Mitarbeitern des Naturparks Habichtswald. In den vergangenen 50 Jahren habe sich der Burghasunger Berg stark verändert: Er erinnert sich, wie er als Kind am Fuß einer gewaltigen Felswand stand, die sich, den Blick nach Osten gewandt, über seinem Kopf aufbaute. Heute versperren Efeu und Bäume den Blick.

Das Problem hat auch die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel erkannt. In den unteren Bereichen der Felswand zwischen Waldbühne und Parkplatz müsse die Pflege intensiviert werden, sagt Axel Krügener. Die Flächen müssten freigeschnitten werden oder noch besser – von Ziegen beweidet. „Die Bäume aber können wir nicht herausholen.“

Seltene Arten

Das Nebeneinander ganz verschiedener Biotope auf kleinstem Raum machen das Flora-Fauna-Habitat zu etwas Einzigartigem, sagt Krügener. So gibt es Waldmeister-Buchenwälder, Fels-Wald-Lebensräume, auf dem Bergplateau tragen Rinder zu einer extensiven Bewirtschaftung des Grünlandes bei, und in einem Teich tummeln sich Molche und Kröten. 

Lebensraum der Geburtshelferkröte: Der Teich auf dem Plateau des Burghasunger Berges, den schon die Bewohner des früheren Klosters nutzten. Vor der Kulisse des Dörnbergs grasen Rinder.

Der absolute Höhepunkt aber sind die Felsformationen. Von denen gibt es solche, die kahl stehen und der Sonne ausgesetzt sind und andere, die im Schatten liegen – an ihnen entlang führen Klippenpfad und Eselspfad, auf denen Besucher durch die reizvolle Landschaft geleitet werden. Auf den mageren Böden der Felsen, die vom Plateau des Burghasunger Berges nach Westen hin abfallen, sind sehr seltene Arten wie der Berglauch und die Pechnelke beheimatet. Auch in diesen Bereichen soll eine Verbuschung unterbunden werden.

„Unser Ziel ist es, diese hohe Vielfalt an Lebensräumen zu erhalten“, sagt Axel Krügener, für den der Burghasunger Berg zu den spektakulärsten Punkten im Habichtswald zählt.

In Hessen sehr selten: der Südliche Wimpernfarn. An den Basaltfelsen ist er heimisch.


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