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Alles grau in grau: So wie auf unserem Bild fühlte sich auch der Burnout-Patient Thomas Becker.

So erkennt man eine Erschöpfungsdepression

Ein Betroffener erzählt: "Burnout kann jeden treffen"

Thomas Becker war erfolgreich und glücklicher Familienvater - bis ihn ein Schicksalsschlag aus der Bahn warf. Hier erzählt er, wie er seinen Burnout überwand und wie man erste Warnzeichen erkennt.

Als Thomas Becker nicht mehr konnte, stand er mit seinem Auto irgendwo im Schwarzwald. Der Burnout-Patient war auf dem Weg in eine psychosomatische Klinik, um sich helfen zu lassen. Schon Monate vorher hatte er festgestellt, dass "mit mir etwas nicht stimmte". Nun aber war er ganz unten angekommen: "Ich konnte nicht einmal mehr das Lenkrad halten und musste anhalten."

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Das war vor acht Jahren. In die Fachklinik hat es Becker dann doch noch geschafft. Der 53-Jährige aus Nordhessen hat den Burnout überwunden und kann offen darüber reden - allerdings nur unter Pseudonym. Denn die Geschichte von Thomas Becker ist besonders und doch typisch für so viele Burnout-Patienten. Alles begann mit einem Schicksalsschlag. 

Nach einem schrecklichen Verkehrsunfall lag seine Frau monatelang im Koma. Becker wusste nicht, ob sie jemals wieder aufwachen würde. Und wenn doch - ob sie dann noch dieselbe Frau wäre, die er einmal gekannt hatte. Er musste sich um die zwei Kinder kümmern und kehrte bereits neun Tage nach dem Unfall wieder zurück an die Arbeit.

Schon bis dahin war sein Job stressig. Er arbeitete 60 Stunden in der Woche. Dann wurde das Unternehmen verkauft. "Alle kämpften um ihre Existenz", sagt Becker. Als Leiter in der mittleren Führungsebene bekam er Druck von oben und musste mit seinem Team immer wieder wechselnde Vorgaben umsetzen.

Einige Wochen nach seiner Rückkehr revoltierte seine Abteilung gegen ihn. "Es hieß, ich sei kurz angebunden und würde Dinge durchdrücken", sagt Becker. Manche Vorwürfe, findet er heute, waren gerechtfertigt, andere nicht. Immerhin: Der Chef sagte, er solle sich krank melden. "Er hat mich gerettet", sagt Becker.

Das Leben, das er bislang geführt hatte, gab es nicht mehr. Seine Frau war zwar aufgewacht, aber noch lange im Krankenhaus. Und er fühlte sich kraftlos und war hypersensibel. Selbst leise Alltagsgeräusche empfand er nun höllisch laut. All das hatte sich über Jahre angestaut: "In dieser Lage wirkte der Unfall wie ein Kanister Benzin, den man auf einer glühend heißen Fläche ausgeschüttet hatte."

Seine Schwiegereltern zogen eigens in die Stadt, um sich um die Kinder zu kümmern. Und Becker floh für eine Schweigewoche in ein Kloster im Spessart. Das tat erst einmal gut, aber als wieder zurück war, ging alles so weiter wie vorher. Und es wurde noch schlimmer: "Ich habe alles durchgemacht, auch Selbstmordgedanken."

Becker wusste, dass er Hilfe brauchte. Normalerweise warten Burnout-Patienten jedoch Monate auf einen Platz in einer Klinik. Becker hatte Glück, dass im Schwarzwald kurzfristig etwas frei wurde. Dort kam er zur Ruhe und sprach mit erfolgreichen Managern, gestressten Familienvätern und anderen Ausgebrannten. "Es war hilfreich, mit Leidensgenossen zu reden", sagt Becker, der den Begriff Burnout eigentlich nicht mag: "Erschöpfungsdepression ist das beste Wort für das was, ich durchgemacht habe." Nach den sieben Wochen schloss er eine Psychoanalyse an. Er wollte verstehen, was mit ihm passiert war: "Mir ging es wie dem berühmten Frosch im Wasser, das langsam kochend heiß wird. Aber statt rauszuspringen, schwimmt er an eine andere Stelle." Heute ist er sich sicher, dass er auch ohne den Unfall seiner Frau in diese Situation geräten wäre. Er weiß, dass es jeden treffen kann. Und er will nie mehr der Frosch sein, der nicht merkt, dass er langsam gekocht wird.

Hilfe für Betroffene gibt es hier.

Seine Frau hat den Unfall überstanden, an der Arbeit ist er gelassener. Er ernährt sich gesund, achtet auf genügend Schlaf und bewegt sich bewusst, denn: "Sport ist die beste Medizin." Vorigen Herbst war es trotzdem wieder fast so weit. Er spürte, dass er nicht mehr so konzentriert war. Diesmal zog er frühzeitig die Notbremse und beantragte eine Reha. Sechs Wochen lang tankte er in einer psychosomatischen Klinik auf. Damit es anderen nicht ähnlich ergeht, rät er: "Wenn der Urlaub nicht mehr reicht, um dich zu erholen, könnte es sein, dass dein Wasser schon kocht."

Am Montag lest ihr ein Interview mit einem Mediziner und Burnout-Experten.

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