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Bei der Arbeit: Ein 240 PS starker 6-Zylinder-Motor treibt den Mähdrescher an. Bis zu 1,8 Hektar (entsprechen der Fläche von 30 Einfamilienhaus-Bauplätzen) Getreide kann mit dieser Maschine pro Stunde gedroschen werden. Der 400-Liter-Dieseltank reicht für einen Tag. In der Maschinengemeinschaft werden mit diesem Mähderscher, der mittlere Größe hat, pro Jahr etwa 200 Hektar Gerste, Weizen, Raps und Erbsen gedroschen.

Foto-Story

Im Inneren eines Mähdreschers: Das Hin und Her trennt Spreu und Weizen

Säen, düngen, ernten, melken: Landwirte haben vielfältige Aufgaben - und wir Verbraucher wissen nur selten, wie sie funktionieren. Weil es gerade Erntezeit ist, werfen wir deshalb einen Blick darauf, wie ein Mähdrescher funktioniert. 

Sobald es das Wetter zulässt, sind die Giganten der Äcker wieder unterwegs. Die in diesem Jahr durch Regen immer wieder unterbrochene Getreideernte läuft auf Hochtouren (siehe auch unsere Foto-Story: Vom Acker in die Silos - so wird Getreide geerntet). 

Arbeitsplatz: Mit dem Lenkrad und dem Joystick steuert Sebastian Elsner den Mähdrescher.

Am Beispiel des Mähdreschers von Landwirt Sebastian Elsner aus Sudheim, der die Schutzbleche und Klappen an seinem Mähdrescher geöffnet hat, erläutern wir, wie eine solche Maschine eigentlich funktioniert.

Das Schneidwerk

Das Schneidwerk: Auf einer Breite von 5,40 Meter wird das Getreide geschnitten. Die vorstehenden Zacken heißen Ährenheber, womit ihre Funktion auch schon erklärt ist. Die darüberliegende rotierende Haspel dient dazu, die Getreidehalme in Richtung der Förderschnecke zu schubsen.

Ein hin und her laufender Balken, der mit dreieckigen Messern versehen ist, schneidet die Getreidehalme ab. Von beiden Seiten werden sie dann von einer Förderschnecke zur Mitte des sogenannten Schneidtisches transportiert, von wo sie dann vom sogenannten Schrägförderer – das sind auf zwei parallel laufende Ketten montierte Metallleisten – erfasst werden.

Die Dreschtrommel

Die Dreschtrommel: Zwischen der rotierenden Walze und Gehäuse der Trommel werden die Ähren zerrieben.

Nächste Station ist die Dreschtrommel. Dort werden die Getreideähren zwischen rotierenden und feststehenden Metalleisten zerrieben. Dabei werden bereits 90 Prozent der Körner ausgedroschen, erklärt Elsner. Anschließend gehen einerseits Körner und Spreu sowie Stroh andererseits getrennte Wege.

Vorbereitungsboden und Siebe

Vorbereitungsboden und Siebe: Schnelle, permanente Vor- und Zurückbewegungen trennen Spreu und Weizen.

Hier beginnt für Spreu und Körner das Hin und Her. Durch das Rütteln des sogenannten Vorbereitungsbodens, und der Siebe, auf die das Material anschließend fällt, werden nach und nach Spreu und Körner voneinander getrennt. Sollten es doch noch volle Getreideähren bis ans Ende der Siebe geschafft haben, werden sie wieder zurück in die Dreschtrommel transportiert.

Die Hordenschüttler

Die Hordenschüttler: Auch sie machen Rüttelbewegungen, um noch Körner aus dem Stroh zu lösen (Blick von oben).

Auch für das Stroh beginnt nach der Dreschtrommel eine Etage über dem Vorbereitungsboden und den Sieben das groß Schütteln. Es kommt auf die sogenannten Hordenschüttler. Die dort herausgerüttelten Körner werden über Rutschen auf den Vorbereitungsboden gelenkt, um dann die Reise über die Siebe anzutreten.

Der Korntank

Der Korntank: 7000 Liter Getreide (etwa 5,5 Tonnen) nimmt er auf.

Ein Elevator (den man sich ähnlich wie einen schräg stehenden Paternoster vorstellen muss) werden die ausgedroschenen Getreidekörner in den Korntank transportiert. Durch eine kleine Scheibe kann der Mähdrescherfahrer von seinem Fahrersitz aus in den Tank sehen und durch eine kleine Klappe ein paar Körner entnehmen, beispielsweise, um den Feuchtigkeitsgehalt des Getreides zu bestimmen.

Das Häckselwerk

Das Häckselwerk: Von rotierenden Messern wird das Stroh zerkleinert.  

Während die feinen Spreuteile nach den Sieben von rotierenden Flügeln breit verteilt auf den Acker fallen, wird das Stroh noch gehäckselt, ehe es den Mähdrescher verlässt. Das Häckseln ist notwendig, damit es leicht in den Boden eingearbeitet werden kann und möglichst schnell verrottet.

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