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Durchfall, Magenkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen: Der Norovirus ist in der Region auf dem Vormarsch.

Fragen und Antworten

Achtung, Norovirus im Umlauf: Wie man sich jetzt schützt

Das Norovirus breitet sich in diesem Winter besonders stark aus. Wie man sich jetzt schützt und was man bei einer Erkrankung beachten muss.

Allein in der Woche vor Weihnachten wurden in Hessen 245 Erkrankungen gemeldet, bundesweit waren es 5289 Fälle, wie aus einer neuen Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Bereits im November hatte es 864 laborbestätigte Fälle in Hessen gegeben. In den vergangenen Jahren war das Virus, das starken Durchfall, Magenkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen auslöst, weit weniger aktiv. Dazu Fragen und Antworten.

Woran liegt es, dass das Virus in einem Winter aktiver ist als in anderen? 

Diese unterschiedlich starken Aktivitäten seien nicht ungewöhnlich, sagt Susanne Glasmacher, Biologin am RKI. „Wir kennen das Phänomen, dass die Werte alle paar Jahre erhöht sind.“ Auch im Winter 2009/2010 wurden pro Woche oft mehr als 5000 Erkrankungen gemeldet – allerdings erst in den Monaten Januar und Februar. In den Jahren, in denen sich mehr Menschen infizieren, liege es meistens daran, dass eine neue Virusvariante umgehe.

Ist die neue Virusvariante deshalb gefährlicher? 

Laut Glasmacher ist sie nicht gefährlicher und die Krankheit verläuft auch nicht schwerer als sonst: „Das Virus kann sich nur besser vor dem Immunsystem verbergen, so dass mehr Leute erkranken.“

Wie wird der Erreger übertragen? 

Übertragen wird das Magen-Darm-Virus beispielsweise beim direkten Kontakt mit einem Erkrankten. Oder dadurch, dass derjenige Oberflächen angefasst hat, die danach auch andere anfassen: etwa eine Computertastatur, Türklinken oder ein Wasserglas. Die Viren sind sehr resistent gegen Umwelteinflüsse wie Temperaturschwankungen.

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Noroviren: Diese Viren sind nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Institutes weltweit verbreitet und für einen Großteil der nicht bakteriell bedingten ansteckenden Magen-Darm-Entzündungen bei Kindern und Erwachsenen verantwortlich. Häufig sind sie Ursache von Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen. Die wichtigste Ansteckungsquelle sind neben kontaminierten Lebensmitteln infizierte Menschen, die die Viren mit dem Stuhl ausscheiden, aber auch zum Beispiel durch Erbrechen auf dem Luftweg übertragen können.

Wie kann man sich vor Ansteckung schützen? 

Erkrankte sind extrem ansteckend, sogar bis zu 48 Stunden nach Abklingen der Symptome. Eine Impfung dagegen gibt es nicht. Es hilft, die Hände mehrmals täglich gründlich zu reinigen, so die deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Dafür sollte man rund 30 Sekunden verwenden, das ist länger als man üblicherweise ohne sichtbare Verschmutzung die Hände wäscht.

Gibt es weitere Schutzmaßnahmen? 

Wenn ein Familienmitglied erkrankt, sollten die anderen unbedingt eigene Handtücher benutzen. Außerdem ist es sinnvoll, Waschbecken, Toilette, Türgriffe und auch Böden mit Einwegtüchern zu reinigen. Wer mit dem Kranken Umgang hat, sollte Einweghandschuhe tragen und diese mehrmals täglich wechseln. Noch mehr Tipps:

  • Gebrauchte Putzlappen, die mit Erbrochenem oder Kot in Kontakt waren, sollten entsorgt oder in der Waschmaschine bei möglichst hoher Temperatur von 90 Grad gewaschen werden. 
  • Verschmutzte Wäsche in einem geschlossenen Behälter sammeln und bei höchst möglichen Temperaturen Waschen. Ein handelsübliches Waschmittel ist dabei ausreichend. 
  • Flächen und Gegenstände, die ein Erkrankter benutzt hat, sollten auf jeden Fall nach Abklingen der Symptome gründlich desinfiziert werden. 
  • Erkrankte Personen sollten kein Essen für andere zubereiten.

Worauf muss der Erkrankte achten? 

Er sollte auf jeden Fall zuhause bleiben – auch nach dem Abklingen der Symptome noch mindestens zwei Tage. Da das Virus noch bis zu zwei Wochen mit dem Stuhl ausgeschieden wird, ist auf besondere Toiletettenhygiene zu achten. Und Erkrankte müssen viel trinken, denn der Körper verliert viel Flüssigkeit und Elektrolyte. Die DGVS rät, verdünnte Säfte, Brühe oder Tee mit Zucker zu trinken. Norovirus-Patienten sollten sich schonen und im Bett bleiben. Kleidung und Handtücher der Patienten sollten bei möglichst hohen Temperaturen gewaschen werden.

Wann ist ärztliche Betreuung notwendig? 

Wenn sich der Allgemeinzustand im Verlauf der Erkrankung verschlechtert. Das Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf ist besonders bei kleineren Kindern und älteren Menschen erhöht. Wer mit einem Erkrankten das Krankenhaus aufsuchen will, sollte dort vorher anrufen, damit der Patient so weit wie möglich isoliert werden kann.

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