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Flinke Tiere: Frettchen sind neugierig und lieben Spielzeug: Das kann von Höhlen oder Röhren bis hin zu Knisterfolie alles sein.

Tiersprechstunde: Fragen zu Frettchen, Pferden und anderen Tieren

Sie sind treuer Partner, für Kinder der liebste Spielkamerad und für viele Menschen einfach unentbehrlich: unsere Haustiere. Sie und ihre Gesundheit stehen im Mittelpunkt unserer Tiersprechstunde.

Seit 2014 gibt es regelmäßig eine eigene Tierseite in der HNA. Tierärztin Bettina Mangold ist zuständig für die Beiträge und beantwortet in der Rubrik "Tiersprechstunde" Fragen. In einem ersten Teil haben wir diese aus dem Jahr 2016 für Sie zusammengefasst. Heute geht es unter anderem um folgende Fragen:

  • Haben Kühe und Pferde auch Milchzähne? 
  • Kann man Kaninchen und Hasen anhand ihrer Ohren unterscheiden? 
  • Soll man verletzte Wildtiere nach der Pflege wieder freilassen? 
  • Übernachten Mauersegler eigentlich in der Luft?

Hunde und Katzen folgen in späteren Beiträgen. 

Frettchen brauchen Platz 

Eine Leserfamilie fragt: "Unsere Kinder wünschen sich ein Frettchen als Haustier, weil die so niedlich sind. Was muss man bei der Haltung von Frettchen beachten?“

Ein Autoreifen zum Verstecken: Am liebsten werden die Tiere mit mehreren Artgenossen gehalten.

Die Tierärztin: Frettchen sind sehr gesellige und lebhafte Tiere. Die Frettchenhaltung ist anspruchsvoll und setzt umfangreiche Fachkenntnisse voraus. Als „Schmusetier“ für Kinder sind die Tiere nicht geeignet. Mangelnder Auslauf, nicht artgerechte Haltung, Hunger und zu wenig Menschenkontakt führen zu Bissigkeit. Frettchen stammen aus der Familie der Marder, sie können zwar zahm werden, aber sie sind auch Raubtiere. Vor der Anschaffung sollte also überlegt werden, was mit den Frettchen passiert, wenn nach kurzer Zeit festgestellt wird, dass die Tiere doch nicht ganz so niedlich sind. 

Frettchen sollten auf keinen Fall einzeln gehalten werden und brauchen viel Auslauf. Empfohlen wird eine Käfiggröße von zwei Quadratmetern pro Paar und zusätzlich mehrere Stunden Auslauf täglich oder ein mindestens sechs Quadratmeter großes Gehege. Frettchen werden nicht ganz stubenrein, dazu kommt der starke Eigengeruch der Tiere. Eine Entfernung der Stinkdrüsen ist nach dem Tierschutzgesetz verboten. Die Haltung im Haus ist wegen der Eigenheiten und Bedürfnisse der Tiere oft nicht möglich. Sinnvoller ist die Außenhaltung in einem großen Gehege mit Schutz vor extremer Witterung, befestigtem Boden und Sand als Einstreu, Schlafgelegenheiten wie Hängematte und Schlafkiste, Futternäpfen, Nippeltränken, Katzentoilette mit Einstreu, sowie Beschäftigungsmöglichkeiten wie Röhren und Kletteräste. Eine Außenhaltung gewährleistet für die Tiere zudem den Einfluss der wechselnden Licht- und Klimaverhältnisse der Jahreszeiten auf den Hormonhaushalt für eine regelmäßige Fortpflanzung. Können die Tiere sich nicht regelmäßig fortpflanzen, ist bei Rüden und Fähen mit Verhaltensstörungen zu rechnen. 

"Frettchen brauchen zwei bis drei Mahlzeiten am Tag und sollten am besten mit viel Frischfleisch gefüttert werden"

Bettina Mangold

Der unkastrierte Rüde, der nicht regelmäßig decken kann, wird auf Dauer sehr aggressiv, die unkastrierte Fähe, die nicht gedeckt wird, kann dauerranzig werden und daran sterben. Damit die Tiere sich nicht unkontrolliert vermehren, können sie kastriert werden, sobald sie in der ersten Ranz sind. Geschlechtsreif werden die Tiere mit etwa einem Lebensjahr. Frettchen brauchen zwei bis drei Mahlzeiten am Tag und sollten am besten mit viel Frischfleisch gefüttert werden, beispielsweise mit hochwertigem Muskelfleisch, wenig Katzendosenfutter und Trockenfutter. Der Fettanteil sollte unter 18 Prozent liegen, die Zusammensetzung des Futters aus drei Vierteln Fleisch und einem Viertel pflanzlicher Anteile bestehen. Als Zusatzfutter werden Gurke, Paprika und Melone gern genommen. 

Besonders plüschig aussehende Frettchen, sogenannte Angora-Frettchen, sind Produkte einer Qual-Zucht und sollten nicht gekauft werden. Durch Zuchtkreuzungen haben diese Tiere zwar ein schönes Fell, leiden aber unter verformten und behaarten Atemwegen. Zudem können die Fähen ihren Nachwuchs nicht ernähren, da ihre Milch zu nährstoffarm ist.

Gefahren drohen auf der Wiese

"Brauchen Kaninchen bei Haltung im Garten in einem abgedecktem Stall überhaupt eine Impfung, wenn sie keinen Kontakt zu Wildkaninchen haben können?“ möchte eine Leserfamilie aus Homberg wissen. 

In freier Wildbahn: Ein Kaninchen sitzt inmitten einer bunten Wiese mit Krokussen.

Die Tierärztin: Im gut eingezäunten Garten hat das Kaninchen zwar wahrscheinlich keinen Kontakt zu Wildkaninchen, aber mit Myxomatose (Kaninchenpest) und der Chinaseuche (RHD) können sich die Tiere dennoch anstecken. Erreger der Myxomatose sind Viren, die außer durch direkten Kontakt durch Insekten wie Stechmücken und Kaninchenflöhe übertragen werden. Erreger können auch durch verunreinigtes Futter, etwa Grünfutter, das aus Gebieten stammt, in welchen die Myxomatose verbreitet ist, übertragen werden. 

Symptome der Myxomatose sind unter anderem geschwollene Augenlieder, Bindehautentzündung und Augenausfluss Hautveränderungen und Fressunlust. Die Krankheit kann von alleine ausheilen, oft verläuft sie jedoch tödlich. Gegen die Viren gibt es keine Behandlung. Zum Einsatz kommen Medikamente, welche das Immunsystem unterstützen sowie Antibiotika, um zusätzliche bakterielle Infektionen zu bekämpfen. Bei stark geschwächten Tieren können Infusionen helfen, bei sehr schweren Verläufen wird der Tierarzt zum Einschläfern des Tieres raten. 

Die Chinaseuche wird ebenfalls durch Viren verursacht, die neben dem direkten Kontakt auch durch Insekten oder verunreinigtes Futter übertragen werden können. Die Erkrankung verläuft oft so schnell, dass die Besitzer die scheinbar unverändert aussehenden Kaninchen tot im Gehege auffinden. Bei manchen Tieren kommt es zu Fressunlust, Atemnot, blutigem Nasenausfluss und blutigem Urin. Auch für die Chinaseuche gibt es keine Behandlung. Daher empfiehlt die ständige Impfkommission der Tierärzte die regelmäßige Impfung der Kaninchen gegen beide Erkrankungen, auch wenn sie eingezäunt im Garten leben. Nach einer Grundimmunisierung ab der vierten Lebenswoche und ein zweites Mal vier Wochen später werden die Kaninchen alle sechs Monate geimpft.

Langer Leidensweg für Wildtiere 

Ein Leser fragt: "Ich habe bei einem Spaziergang mit dem Hund ein verletztes Kaninchen gefunden. Das Kaninchen hat ein Bein oder die Pfote verletzt, es kann zwar hoppeln, aber nicht richtig laufen. Es frisst und trinkt, ich wollte es falls nötig zum Tierarzt bringen und es pflegen und es wieder frei lassen. Nun hat mir jemand gesagt, das sei verboten. Fallen Kaninchen denn nicht unter das Tierschutzgesetz?" 

Verletzte Tiere pflegen? Bei Wäschbär und Co. gibt es verschiedene gesetzliche Regelungen.

Die Tierärztin: Wildtieren unterliegen dem Tierschutzgesetz, aber je nach Art auch anderen Bestimmungen wie dem Jagd- und Naturschutzgesetz. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz darf man grundsätzlich verletzte, kranke und hilflose Tiere aufnehmen, um sie gesund zu pflegen. Sobald die Tiere sich wieder selbst erhalten können, sind sie unverzüglich frei zu lassen. 

Nach dem Bundesjagdgesetz dürfen Wildkaninchen und Wildschweine nach der Aufnahme in menschliche Obhut nicht wieder freigelassen werden. Unter das Jagdrecht mit unterschiedlichen Vorschriften fallen Füchse, Rehwild, Feldhasen, Waschbären, Dachse, Marder, Nutrias, Wildenten und -gänse sowie fast alle Greifvögel und Falken. Bei diesen Tieren muss der Finder den Jagdausübungsberechtigten oder die Polizei benachrichtigen. Wer Wildtiere, die dem Jagdrecht unterliegen, der Natur entnimmt und der Anzeigepflicht nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Vor allem sollte abgewogen werden, ob es für das Wildtier gut ist, es aufzunehmen oder es besser in der Natur zu belassen, denn Verletzungen, Krankheiten sowie der Tod gehören zum Kreislauf des Lebens. 

Nicht immer ist das Eingreifen des Menschen zum Wohle der Tiere und der Natur. Wildtiere sind nicht an Menschen, geschlossene Räume oder Gehege gewöhnt. Der Kontakt zu Menschen, intensive Behandlung und gut gemeinte Pflege bedeuten für sie viel Stress. Nicht selten ist die Aufnahme der Beginn eines langen Leidensweges des Wildtieres. Der Finder eines verletzten Wildtieres sollte sich im Klaren darüber sein, dass er durch die Aneignung die volle Verantwortung und Haftung übernimmt für mögliche anfallende Kosten.

Milchzähne bei Rindern und Pferden 

"Manche Backenzähne wachsen ständig weiter. Haben Kühe und Pferde auch Milchzähne, die sie verlieren?", möchte eine junge Leserin wissen. 

Bitte lächeln: Wie wachsen die Zähne bei Pferden?

Die Tierärztin: Fohlen und Kälber kommen mit Milchzähnen auf die Welt. Bei Rindern fehlen im Oberkiefer Schneide- und Eckzähne, sie werden von einer harten Dentalplatte ersetzt. Sie besteht aus vielen Schichten verhornter Schleimhaut. Zu den 20 Milchzähnen zählen beidseitig oben und unten die ersten drei Backenzähne, unten kommen außerdem noch acht Schneidezähne hinzu. Die hinteren drei Backenzähne von Rind und Pferd wachsen stetig nach und werden durch das viele Kauen abgenutzt. 

Die Milch-Schneidezähne und die vorderen Milch- Backenzähne werden beim Rind im Alter zwischen einem und vier Jahren gewechselt. Die hinteren Backenzähne wachsen im Alter zwischen sechs Monaten und dem dritten Lebensjahr, sie werden nicht gewechselt. Zähne bei der Geburt da Das Pferdegebiss hat 36 bis 44 Zähne und besteht aus 12 Schneidezähnen und 24 Backenzähnen. Bei der Geburt haben die meisten Fohlen schon 16 Milchzähne. Im Alter von sechs Monaten sind bei den Fohlen alle Milchzähne vorhanden, zwölf Milchschneidezähne und zwölf Milchbackenzähne.

Im Alter zwischen zwei und fünf Jahren wechseln die Schneidezähne und die vorderen Backenzähne. Männliche Tiere und auch einige Stuten besitzen auch noch Haken- oder Hengstzähne, jeweils beidseitig oben und unten. Bei Stuten sind sie meist kleiner und oft nicht vollständig. Viele Pferde besitzen außerdem noch Wolfszähne, die sich vor dem ersten Backenzahn im Oberkiefer befinden, selten auch im Unterkiefer. 

Schlappohr, sei wachsam 

"Kann man eigentlich Kaninchen und Hasen anhand ihrer Ohren unterscheiden und warum haben eigentlich manche der Tiere ein Stehohr und ein Knickohr?“, möchte eine Leserin aus Wabern wissen. 

Lauscher aufgesperrt: So kann man Hasen anhand der Ohren unterscheiden

Die Tierärztin: Wildkaninchen und Feldhase stammen von den Hasen, einer Säugetierfamilie der Ordnung der Hasenartigen ab. Hasen haben in der Regel längere Ohren und kräftigere Hinterbeine als Kaninchen. Sie sind eher als Einzelgänger oder paarweise unterwegs, leben im freien Feld und laufen bei Gefahr mit hoher Geschwindigkeit davon. Kaninchen leben in Gruppen gesellig zusammen, graben sich Erdhöhlen als Behausung und suchen sich bei Gefahr einen Unterschlupf. Hasen sind 37 bis 50 Tage trächtig und bringen ihre Hasenbabys mit Fell und offenen Augen zur Welt. Sie sind damit Nestflüchter, während die Kaninchen Nesthocker sind. Neugeborene Kaninchen kommen nach einer Tragezeit von 27 bis 30 Tagen blind und ohne Fell zur Welt. 

Bei den Hauskaninchen, die von den Wildkaninchen abstammen, gibt es viele unterschiedliche Rassen. Ob die Ohren hängen oder stehen ist oft ein Rassemerkmal. Schlappohren haben Kaninchen noch nicht bei der Geburt, die Ohren hängen erst ab einer bestimmten Wachstumsgröße, manchmal dauert es bis zu 12 Wochen, bis die Schlappohren ausgeprägt sind. Während des Wachstums kommt es auch zu Zwischenphasen, beispielsweise dass ein Ohr schon hängt, während das andere noch steht oder dass beide Ohren waagrecht stehen. Aber auch bei Mischlingen zwischen Stehohr und Schlappohr kann es zu der drolligen Mischung der unterschiedlichen Ohren kommen. 

Zu den Rassemerkmalen gehören unter anderem auch die Fellfarben und die Haarlänge. Beispielsweise fühlt sich das Fell des kurzhaarigen Rexkaninchens an wie Samt, während das Angorakaninchen mit seinem langen feinen Haaren als Wollproduzent einen Marktwert hat. Auch bei Größe und Gewicht gibt es eine große Bandbreite bei den Hauskaninchen, von etwa einem Kilogramm beim Zwergkaninchen bis zu acht Kilogramm beim Deutschen Riesen. Das Wildkaninchen wiegt rund ein bis zwei Kilogramm, der Feldhase zwischen drei und vier Kilogramm. Hasen und Wildkaninchen haben beide Stehohren, die sie flach am Rücken anlegen können. Eher kann man sie in freier Wildbahn auf den ersten Blick am Gewicht unterscheiden: Ist es ein sehr großes Tier, handelt es sich wahrscheinlich um einen Hasen, ist es ein kleineres Tier, das in einem Bau unter der Erde verschwindet, handelt es sich um ein Kaninchen.

Fliegend durch die Nacht 

"Ich habe gehört, dass Mauersegler immer fliegen müssen. Können die Tiere überhaupt mal ausruhen oder schlafen?", fragte eine Leserfamilie aus Melsungen-Kehrenbach. 

Wie schlafen eigentlich Mauersegler? Die Antwort: In der Luft.

Die Tierärztin: Tatsächlich übernachten Mauersegler, insbesondere die nicht brütenden Vögel, häufig fliegend in der Luft. Sie verbringen die Nacht in Höhen bis zu 3600 Metern und schlagen dabei etwas langsamer als tagsüber mit den Flügeln. Unklar ist bisher, wie sich die Vögel nachts erholen, vermutet wird eine Art Halbschlaf ähnlich wie bei Delfinen oder Walen. Vorwiegend bei schönem Wetter steigen die Vögel abends gemeinsam hoch in die Luft unter Ausnutzung von Aufwinden über den wärmeren Luftschichten. Dabei vollführen sie beeindruckende Flugkunststücke. 

Zum selben Thema fragt ein weiterer Leser: „Ich habe am Haus zwei Kästen für Mauersegler, die seit sechs Jahren auch benutzt werden. Seltsamerweise wird aber immer nur ein Kasten benutzt, obwohl bei anderen auch mehrere Kästen zusammen genutzt werden. Vielleicht können Sie mir eine Erklärung geben?"

Die Tierärztin: Mauersegler sind extrem standorttreu und kommen jedes Jahr Ende April bis Anfang Mai an die gleiche Niststelle zurück. In der Regel kommt dasselbe Vogelpaar Jahr für Jahr. Der Vogel, der zuerst eintrifft, verteidigt das Nest, bis sein Partner eintrifft. Vielleicht wurde bei Ihnen einer der beiden einmal gestört und hat sich dann für das andere Nest entschieden. Oft werden die Nester auch von anderen Vögeln benutzt, die früher im Jahr brüten. Das ist von Vorteil für die Mauersegler, weil sie das Nistmaterial der Vorgänger benutzen können, das sie sonst zeitaufwändig in der Luft hätten fangen müssen. 

Mauersegler kehrt immer zur Niststelle zurück.

Nistmaterialien wie Grashalme und Spinnweben werden in der Luft gesammelt und im Nistkasten mit Speichel zu einem flachen Nest verklebt. Um den Mauerseglern ihren Brutplatz freizuhalten, sollten die Öffnungen so groß sein, dass die etwas größeren Stare nicht mehr hinein können. Empfohlen werden ovale Einfluglöcher in einer Größe von 30 mal 60 Millimetern. Die Nester brauchen nicht gereinigt zu werden, da Mauersegler sie selbst sauber halten. Gerne brüten die Tiere in Kolonien. 

Mehrere Nistkästen sollten im Abstand von mindestens einem halben Meter angebracht werden. Auch ein Koloniebrutkasten mit getrennten Abteilen und eigenen Öffnungen wird begrüßt. Früher nutzten die Mauersegler Baumhöhlen alter Baumriesen als Nistplatz. Da es bei uns kaum noch alte Naturwälder gibt, haben sich die Vögel an andere Nistplätze gewöhnt, beispielweise in Nischen alter Gebäudewände. Doch durch Renovierung und Dämmung der Häuser finden die Vögel immer weniger Brutplätze. Deshalb fordern die Naturschutzverbände dazu auf, Ersatznistplätze an Gebäuden zu erhalten und neue einzurichten. Mauersegler kommen nur in der Brutzeit zu uns, Ende Juli bis Anfang August ziehen sie dann wieder nach Afrika. Sie halten sich neun Monate ausschließlich in der Luft auf und sitzen nur während der Brutpflege im Nest.

Fensterbrett als Rastplatz von Tauben

"Wir haben ein Problem mit Tauben, die sich ausgerechnet auf unsere Fensterläden setzen. Wir haben nichts gegen Tauben, wohl aber gegen ihre Hinterlassenschaften. Die Fensterbänke, Fensterläden und Wände des Hauses müssen wir regelmäßig mit einem Dampfstrahler bearbeiten, um den hartnäckigen Vogelkot zu entfernen. Wie könnte man die Tauben dazu bekommen, dass sie sich einen anderen Ruheplatz suchen?“ wollte eine Leserfamilie aus Homberg wissen. 

Feindattrappen können Tauben fern halten.

Die Tierärztin: Man könnte versuchen, dafür zu sorgen, dass die Fensterläden kein einladender Platz für die Tauben mehr sind. Eine Möglichkeit wäre das Platzieren von Feindattrappen, beispielsweise eine Eule aus Kunststoff. Auch könnte man die gemütliche Sitzkante der Fensterläden mit einem gespannten Draht oder Zacken aus Kunststoff für Vögel unbequem gestalten. 

Spiegelnde Folie, beispielsweise in Streifen geschnitten und aufgehängt, sowie Lichtblitze und Geräusche aus elektronischen Vogelvertreibern können helfen, die Tauben zu vertreiben. Auch eine Katze hilft bei der Taubenabwehr. Beim Reinigen der Hauswand von Vogelkot sollte eine Atemmaske getragen werden, um das Einatmen von Bakterien und Pilzen im Staub zu vermeiden. 

Wer wütet im Garten herum?

"Können Sie mir sagen, wer nachts in meinem Garten wütet? Wildschweine schließe ich aus, da der Garten mitten in der Ortslage liegt und die „Erdarbeiten“ dann vermutlich ein größeres Ausmaß hätten“, fragte ein Leser aus Edermünde. 

Wüten Wildschweine nachts im Garten? Für die Antwort muss man sich wohl auf die Lauer legen.

Die Tierärztin: Verschiedene Tiere wühlen gerne den Boden auf, um Nahrung zu finden. Beispielsweise Hunde, die nach Mäusen suchen, Vögel wie Drosseln, Amseln und Krähen auf der Suche nach Würmern und Engerlingen oder Igel. Anhand der Größe der Spuren könnte man an ein Wildschwein denken, auch wenn der Garten in Ortslage liegt. Wichtiger wäre zu wissen, wer in den Garten hinein gelangen kann. Wenn es einen lückenlosen Zaun ringsum gibt, fallen Wildschweine eher aus, ein Hund könnte vielleicht den Zaun überspringen, Vögel sowieso und ein Igel könnte darunter hindurch schlüpfen. Wenn es keine Hinterlassenschaften im Garten gibt, die auf eine Tierart schließen lassen, kann man das Rätsel nur lösen, in dem man sich auf die Lauer legt.

Streifenhörnchen als Haustier?

"Wir wünschen uns ein Streifenhörnchen als Haustier. Was muss man bei der Haltung beachten? Können Streifenhörnchen alleine gehalten werden? Und wie alt können sie werden?“ fragte eine Leserfamilie aus Bad Zwesten. 

Gute Haustiere? Unsere Tierärztin verrät, ob sich Streifenhörnchen als Heimtiere eignen.

Die Tierärztin: Streifenhörnchen sind sehr bewegungsfreudig und benötigen einen großen Käfig (mindestens 2x1x1 Meter), schöner wäre eine große Volière. Der Käfig sollte zugfrei, hell und nicht in der prallen Sonne stehen, auch eine Außenhaltung ist an einer geschützten Stelle möglich. Mindestens zwei Stunden Auslauf bei Haltung im Haus sollten ermöglicht werden.

Für die Inneneinrichtung braucht das Tier, das außer während der Paarungszeit als Einzelgänger lebt, mehrere Häuschen, Äste zum Klettern, Beschäftigungsmaterial wie Seile, Röhren, Hängematten, Bretter, Nestmaterial, eine Buddelkiste sowie Einstreu, Futternapf, Trinknapf, Toilette und einen Salzleckstein. Das Futter besteht aus Körnern und Nüssen, Früchten, Grünfutter und auch Lebendfutter wie Mehlwürmer, Heimchen und Heuschrecken. 

Das Streifenhörnchen ist in seiner Heimat ein Winterschläfer. In den Wintermonaten kann das Tier auch bei der Käfighaltung in den Winterschlaf verfallen. Manche Streifenhörnchen wachen zwischendurch auf und fressen etwas, andere tauchen zwischen Oktober und März gar nicht mehr auf. Viele Streifenhörnchen halten in der Käfighaltung keinen Winterschlaf. Die Lebenserwartung beträgt etwa sechs bis sieben Jahre.

Larven und Würmer im Kot 

"Mein Pony stand im Sommer auf der Weide. Bevor es Ende September in seinen Stall umzog, wurde es mit den anderen Pferden auf der Weide entwurmt. Sollte ich es im Dezember noch mal entwurmen oder reicht es im Frühjahr vor dem Weidegang“, fragte eine Leserin aus Ziegenhain. 

Pflege nach dem Sommer: Sollen Pferde vor dem Winter entwurmt werden?

Die Tierärztin: Das Pferd sollte noch gegen Dasselfliegenlarven sowie gegen Palisadenwürmer (kleine Strongyliden) entwurmt werden. Der ideale Zeitpunkt für die Entwurmung ist der November. Dassellarven werden durch Fliegen übertragen, daher ist die Entwurmung nach Ende der Flugzeit wichtig. Die Fliegenweibchen legen ihre Eier an Futterpflanzen, wo sie mit gefressen werden. Im Bereich der Beine, Schultern und Mundwinkel leckt sie das Pferd ab. Die Larven gelangen auch durch Wanderung in der Haut und entlang der Speiseröhre in den Magen des Pferdes. Dort entwickeln sich die Larven zu Magendasseln, die sich an der Schleimhaut festsetzen. 

Wenn auch Sie Fragen haben, können Sie uns schreiben an Mail-Adresse: tierisch-gesund@online.de oder an die Postadresse:

HNA-Redaktion Homberg, Ziegenhainer Str. 10 b
34576 Homberg

Im Frühjahr und Sommer lösen sich die Dassellarven von der Magenwand, werden ausgeschieden, entwickeln sich zu Fliegen und der Zyklus beginnt von neuem. Dassellarven schädigen die Magenschleimhaut und können Magengeschwüre verursachen. Die Folgen: Magenschmerzen, Fressunlust, Abmagerung, Blutarmut und Kolik. Sinnvoll ist eine Entwurmung gegen die eingekapselten Larven der Palisadenwürmer. Die Infektion erfolgt über die Aufnahme von Eiern auf der Weide, über das Futter und das Belecken der Boxenwände. Palisadenwürmer leben im Blind- und Dickdarm der Pferde. Bei einer Infektion im Herbst überwintern die Larven in der Darmwand. Im Frühjahr kehren sie in den Darm zurück und entwickeln sich zu Würmern, die Eier ausscheiden. Folgen des Befalls sind Schleimhautschäden, Durchfall, Kolik, Appetitlosigkeit, Abmagerung sowie Wasseransammlung an Unterbauch und Beinen. Daher ist die Entwurmung im Herbst sowie eine Entwurmung vor dem Weideaustrieb von Bedeutung. Wichtig ist das richtige Entwurmungsmittel, denn nur bestimmte Wirkstoffe wirken gegen die Dassellarven und gegen die eingekapselten Palisadenwürmerlarven.

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