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Mia ist startklar: Johanna Hillebrand hat für ihre Tochter Mia jetzt einen Platz in einem Kindergarten auf der Marbachshöhe bekommen. Die Vierjährige hat schonmal den Rucksack gepackt. 

Nach HNA-Bericht bekam zugezogene Mutter gleich mehrere Angebote

Mia hat endlich einen Kita-Platz: Alleinerziehende Mutter bekam Hilfe

Vorige Woche haben wir über den Fall einer Mutter berichtet, die mit ihrer Tochter nach Kassel gezogen ist und keinen Kita-Platz findet. Nach dem HNA-Artikel hat sich etwas getan. Gleich mehrere Kindergärten boten einen Platz für Mia an.

Mia kann es kaum erwarten, bald in ihren neuen Kindergarten zu gehen. „Ich habe da schon eine gute Freundin“, erzählt die Vierjährige mit leuchtenden Augen. Am Dienstag war sie mit ihrer Mama Johanna Hillebrand zum ersten Mal im „Iakchos Kinder- und Jugendhaus“ auf der Marbachshöhe. Schon nach wenigen Minuten war sie ins Spiel mit einem anderen Mädchen vertieft. „Ich habe sie da kaum wieder weggekriegt“, erzählt Johanna Hillebrand und lacht.

Die 26-Jährige ist froh, dass sie in der privat getragenen Einrichtung einen Platz für ihre Tochter bekommen hat. Wie berichtet, war die alleinerziehende Mutter im Februar aus Bielefeld nach Kassel gezogen, wo sie im August eine Ausbildung beginnt. Obwohl sie sich bereits Monate vorher um einen Kita-Platz für Mia bemühte, erhielt sie nur Absagen. Als sie sie auch beim städtischen Jugendamt keine Hilfe fand, wandte sich Hillebrand in ihrer Not an die HNA.

Enttäuscht von der Stadt

Nach unserem Artikel meldeten sich mehrere Kitas, zwei Tagesmütter mit Betreuungsangeboten für Mia. Darunter war auch die städtische Einrichtung Sara-Nussbaum-Haus am Holländischen Platz. Entschieden hat sich Johanna Hillebrand, die mit Mia in Bad Wilhelmshöhe wohnt, aber schließlich für das Kinderhaus auf der Marbachshöhe.

Dort hatte sie sich bereits im Februar nach einem Platz erkundigt. Damals war alles ausgebucht, sie kam auf die Warteliste. In der Zwischenzeit war für Juli ein Platz frei geworden. Nach dem Artikel in der HNA rief der Träger, das Gesundheitszentrum Marbachshöhe, sofort bei Johanna Hillebrand an.

Zwar muss Mia nun noch drei Monate warten, bis es losgeht, bedauert die Mutter. Wichtig sei ihr aber vor allem gewesen, dass die Kita mit Bus und Bahn gut erreichbar und in der Nähe ist, sodass Mia sich mit ihren künftigen Kita-Freunde auch in der Freizeit treffen kann.

Von der Stadt Kassel sei sie enttäuscht, sagte die 26-Jährige. „Ohne den Zeitungsartikel hätte ich wahrscheinlich erst über meine Anwältin etwas vom Jugendamt gehört.“ Sie habe bis zum Schluss nicht den Eindruck bekommen, dass sich dort wirklich jemand um ihr Problem gekümmert habe.

Das sagt die Stadt Kassel

Mehr Unterstützung für Quereinsteiger geplant

Anne Janz

Den Fall der zugezogenen Mutter und ihrer Tochter habe man zum Anlass genommen, die Abläufe im Jugendamt zu überprüfen, sagt Jugenddezernentin Anne Janz. Man werde jetzt eine zentrale Ansprechperson im Jugendamt (Tel. 0561/787-7052) benennen, die sich um Eltern auf Kita-Platz-Suche kümmert, die von außen kommen. „Quereinsteiger sind ein Stück benachteiligt gegenüber Familien, die hier wohnen und das System kennen.“ Im konkreten Fall von Johanna Hillebrand sei es leider so gewesen, dass der Mitarbeiter im Jugendamt kurz nach ihrem Anruf erkrankt sei. Daraufhin meldete sich niemand mehr. „Das ist blöd gelaufen und tut uns Leid“, sagt Janz. Man werde nun dafür sorgen, „dass ein Krankheitsfall nicht dazu führt, dass Eltern im Nirwana landen.“

In Kassel ist es so geregelt, dass Eltern sich selbst möglichst frühzeitig bei den Kitas ihrer Wahl melden sollen und dann ihr Kind in der bevorzugten Einrichtung anmelden. Die meisten Plätze werden dabei zum 1.8. frei. Wer kurzfristig und im laufenden Kindergartenjahr sucht, müsse unter Umständen auf andere Einrichtung ausweichen, wenn kein Platz in der Wunsch-Kita frei ist, so Janz. „Aber wir finden für jeden einen Platz, zur Not geht immer Tagespflege.“

Kita-Plätze auf Vorrat freizuhalten sei nicht möglich, betont Janz. „Dafür stehen wir unter zu großen Druck“. Wie berichtet, schafft die Stadt allein dieses Jahr 400 neue Betreuungsplätze.

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