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Ganz oben: Peter Fellenberg steht am 2550 Meter hohen Gipfelkreuz der Weißen Wand bei Bruneck (Italien). Auf seinen Touren lernt er immer wieder Menschen kennen, mit denen er auch noch nach seiner Rückkehr Kontakt hält.

Faszination Natur

Mit 76 fit wie ein Wanderschuh - und in den Alpen ganz nah an Steinadlern

Eine Hose, etwas Schokolade und Brot, dazu weitläufige Alpenzüge und farbenfrohe Pflanzen: So oder so ähnlich dürfte für Peter Fellenberg eine perfekte Wanderung aussehen. Der Mündener tourt schon seit fast 50 Jahren in den Alpen.

Der 76-Jährige ist passionierter Wanderer. Gerade ist er von einer dreiwöchigen, 180 Kilometer langen Alpentour zurückgekommen. Viele Strecken ist er bereits mehrfach gelaufen, die Faszination jedoch ist nie verloren gegangen. 

„Ich brauche für die gleichen Strecken deutlich länger als noch vor 25 Jahren“, sagt der pensionierte Studiendirektor, ohne sich daran zu stören. Stattdessen genießt er die Details am Wegesrand: Steinadler aus der Nähe beobachten, Pflanzen begutachten oder das Panorama bestaunen. Als ehemaliger Biologie-Lehrer kann er sich an der Natur nicht satt sehen.

Gut ausgebaut: Diese hölzerne Treppe führt zur Rieserfernerhütte.

Fellenberg ist auf seinen mehrwöchigen Touren - seit 2012 ist er jeden Sommer auf Wanderung - alleine unterwegs. „Meine Frau muss schon mal ein paar Tage warten, bis ich mich wieder melde“, sagt er. Auf den Alpenhütten gebe es nur selten Mobilfunkempfang, dafür aber zahlreiche nette Begegnungen mit anderen Wanderern. Besonders die jungen Leute auf den Hütten seien kontaktfreudig, mit seinem Alter bringt er sie schon mal zum Staunen.

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Akribie bei der Planung

Möglichst schnell voranzukommen ist nicht sein Ziel. Ohnehin ist er seit einem Bandscheibenvorfall auf Wanderstöcke angewiesen, auch der Gleichgewichtssinn ist nicht mehr derselbe wie früher. Mit viel Akribie plant er auch deshalb im Voraus seine Touren. „Auf die angegeben Wegzeiten rechne ich aber locker 50 Prozent drauf.“

An vielen Stellen sucht sich Fellenberg Ausstiegsorte, falls es mal nicht weitergeht. Ansonsten wird alle paar Tage im Tal Kraft getankt, dazwischen wandert er von Berghütte zu Berghütte. 

Direkt an der Schneegrenze: Auch im Sommer liegt die Plauener Hütte im Schnee.

Zurück in Hann. Münden lässt ihn die Wanderei aber nicht los: Wenn er nicht gerade eine kleine Wanderrunde – bis zu 30 Kilometer – vor der Haustür dreht, plant er schon den Trip für nächstes Jahr. Denn eines ist ihm klar: „Wer den Schweinehund überwindet und sich traut, hat schon viel geschafft.“ Das hat er sich oft genug selbst bewiesen.

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