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Pro & Kontra: Gibt es zuviel Fußball?

Ist die Verletzungsgefahr für die Spieler zu groß? Brauchen die Profis längere Pausen? Auch Bundestrainer Joachim Löw und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff prangern das grenzenlose Wachstum der beliebtesten Sportart in Deutschland an. Wir fragten unsere Sportredaktion.

Pro: Gerd Brehm sagt "Ja, weniger wäre mehr"

Wir sollten auf die Signale hören. Die Anzahl der Spiele nimmt zu, die Verletztenlisten werden länger, die Qualität der Partien leidet, und die Stadien werden - zumindest bei Länderspielen - leerer. Manchmal ist weniger mehr, und das - so scheint es - trifft auch auf den Fußball zu.

Ab und zu ist ein Fünf-Gänge-Menü eine tolle Sache, aber wer sich jeden Tag eins gönnt, der leidet bald an Überdruss. Der Fußball hebt sich von anderen Sportarten auch dadurch ab, dass er mehr besondere Momente bereithält. Auch deshalb dürfen Festtage nicht zum Alltag werden.

Vorfreude ist die schönste Freude, und die älteren Fans erinnern sich gern an die wenigen Abende, an denen Länderspiele oder Partien im Europapokal der Landesmeister auf dem Programm standen. Für die Vorfreude aber bleibt kaum noch Zeit, wenn der Ball ohne Pause rollt.

Kontra: Frank Ziemke sagt "Nein, Neues muss sein"

Natürlich können wir die Spirale nicht ewig weiterdrehen. Auch nicht im Fußball. Aber Stillstand ist bekanntlich Rückschritt. Und so muss auch im Sport von Zeit zu Zeit Neues sein. Nostalgisches Schwelgen von Zeiten, in denen im Cup der Landesmeister eben auch nur Landesmeister spielen durften, ist doch Unfug. Das deutsche Champions-League-Finale hätte es so nie gegeben.

Machen wir uns nichts vor: Fußball ist ein Wirtschaftszweig. Wie alle anderen Branchen braucht er Wachstum. Die meisten Klubs haben sich auf die steigende Anzahl von Spielen und Wettbewerben längst eingestellt. Ein Profikader umfasst längst 30 Spieler oder mehr. Wer viel Arbeit hat, der benötigt auch genügend Arbeitnehmer. Und auf der Konsumentenseite ist es doch auch ganz einfach: Wer nicht jeden Tag Fußball will, guckt halt eine von tausend Quizshows.

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Wie ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Stimmen Sie Gerd Brehm zu oder doch eher Frank Ziemke? Schreiben Sie uns in den Kommentaren.

Rubriklistenbild: © dpa

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Gerd Brehm

Gerd Brehm

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