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Drei Jahre Sanierung sind vollendet: Der Renthof ist jetzt fürs allgemeine Publikum offen.

Eröffnung nach Sanierung

Der Renthof in Kassel: Ein Ex-Kloster mit Pudelbar und Zeug zum Kult

Der Renthof, Kassels ältestes Baudenkmal, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Er war Teil eines Karmeliterklosters, das als Hofschule, später als Ritterakademie geführt wurde. Jetzt ist er Restaurant, Bar und Hotel.

Wer sich im neuen Hotel-Restaurant Renthof umschaut, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: Nach drei Jahren Planungs- und Sanierungszeit ist Kassels ältestes Baudenkmal zu einem Glanzlicht der Gastlichkeit geworden, das auch einer Weltstadt gut zu Gesicht stehen würde. Zur Wiederbelebung der alten Klosteranlage wurde bei jedem Detail weder an Geld noch an Gestaltungs-Ideen gespart.

"Die Gastronomie ist ausdrücklich auch für die Kasseler gedacht."

Uwe Kleinkauf

Ohne großes Aufsehen ist das fertiggestellte Schmuckstück vor ein paar Tagen in Betrieb gegangen. Rechtzeitig vor dem documenta-Start wurde gut die Hälfte der 55 Zimmer und Suiten schon von Hotelgästen bezogen. Neben ihnen trifft man an der Bar und im Restaurant des Renthofs bereits etliche externe Gäste aus Kassel und Umgebung. „Wir verkaufen jeden Abend 20 bis 50 Essen, obwohl eigentlich noch keiner weiß, dass wir offen haben“, sagt Mitinhaber Rainer Holzhauer.

Die Offenheit für alle sei Teil des Konzepts, bekräftigt Holzhauers Kompagnon Uwe Kleinkauf: „Unser Gastronomiebereich ist nicht nur für Hotelgäste, sondern ausdrücklich für die Kasseler gedacht.“

Treffpunkt an der Pudelbar: Bei Barchef Mats Martinsohn und Kirsten Manthey bekommt man einen Raspberry Rum Smash sowie ein bestens sortiertes Angebot weiterer Cocktails und Drinks.

Auch schon mittags kann man im Restaurant des Renthofs speisen und dabei durch eine Glasfront ins Reich von Küchenchef Philipp Hühner blicken. Die schwelgerisch-schräge „Pudelbar“ ist täglich ab 15 Uhr geöffnet und hat das Zeug dazu, als Kassels erste Hotelbar zum allgemeinen Ausgeh-Treffpunkt zu werden, so wie dies in Großstädten funktioniert. Eine weitere gastronomische Attraktion des Renthofs bekommt momentan noch den letzten Schliff: Der an Bar und Restaurant angrenzende Kloster-Innenhof dürfte zu einem der lauschigsten Treffpunkte in Kassels Zentrum werden.

Immer mehr spricht es sich herum, dass die Bauphase vorbei und das Haus seit kurzem für Gäste geöffnet ist. Wer die Eingangshalle durchmisst und die öffentlichen Bereiche des Renthofs erkundet, kann sich nicht satt sehen an den vielen Details, die von der 800-jährigen Gebäudegeschichte ebenso erzählen wie von einem Gestaltungs- und Gastgeber-Konzept, das weit über Kassel hinaus Maßstäbe setzen dürfte.

Jeder sei nun eingeladen, das zu erleben, sagt Rainer Holzhauer: „Die Leute sollen kommen und sich freuen.“

Der Renthof - Kassels ältestes Gebäude vor und nach der Sanierung

Hintergrund

Im 17. Jahrhundert gab es im Renthof bereits kurzzeitig eine Kasseler Universität. Den Trakt an der Fulda hatte Landgraf Wilhelm IV. als Kanzleigebäude (Rentamt) errichten lassen. Nach der teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war im Renthof bis vor vier Jahren ein Altenheim der Sozialgruppe Kassel ansässig. Ende 2014 veräußerte die Stadt Kassel die historische Liegenschaft an den Finanzinvestor Uwe Kleinkauf, dessen Frau Kirstin Homburg-Kleinkauf sowie den Gastronomen Rainer Holzhauer, lesen Sie dazu auch auf HNA.de: Historischer Renthof - So sieht es in dem Hotel und Restaurant nun aus

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