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Körperspannung: Volontär Tobias Schulte (vorne) lernt von Olaf Splitt Stand-Up-Paddling.

Neues Angebot des Mündener Kanu-Clubs auf der Fulda

Er steht auf dem Wasser: So funktioniert der Trendsport Stand-Up-Paddling

Auf den ersten Blick sieht Stand-Up-Paddling aus, als sei das Surfbrett kaputt. Aber der Trendsport findet immer mehr Anhänger. Unser Volontär hat es ausprobiert - und ist nicht in die Fulda gefallen. 

Die Abendsonne spiegelt sich in der Fulda. In den schönen Anblick mischt sich ein Gefühl der Unsicherheit. Beim Mündener Kanu-Club teste ich die Trendsportart Stand-Up-Paddling. Und eins will ich auf jeden Fall vermeiden: in den kalten Fluss zu fallen.

„Das Paddeln ist keine Wissenschaft“, sagt Olaf Splitt beruhigend, als er mich mit einem kräftigen Händedruck begrüßt. Er betreut die neue Sparte des Kanu-Clubs, mit der der Verein Menschen aller Altersklassen für den Wassersport begeistern will. „Das langfristige Ziel ist natürlich, Mitglieder zu gewinnen. Auch jenseits vom Rennsport“, sagt Splitt.

Aus dem Bootshaus holen wir zwei Boards fürs Stand-Up-Paddling, die an Surfbretter erinnern. Fünf Stück hat der Kanu-Club neu gekauft, das teuerste kostet 2000 Euro. „Du bekommst erst mal das breitere Anfängermodell“, sagt Splitt.

Vom Steg aus setze ich die Füße aufs Board, halte mich am Steg fest und setze die Knie auf das vordere Ende der Standfläche. Das Board wackelt leicht, meine Vermutung, ziemlich zeitnah baden zu gehen, wird realer.

Mit der Handfläche stoße ich mich vom Steg ab. Mit dem festen Blick aufs Board paddle ich erst mal intuitiv. Fast am anderen Ufer der Fulda angekommen, kommt mir ein Ast entgegen. Ich weiche mit dem Oberkörper nach rechts aus. Das Board kippt leicht, doch bevor ich im Wasser lande, finde ich mein Gleichgewicht. Schrecksekunde. „Du kannst das Paddel mittig vor Dich legen und aufstehen“, ruft mir Olaf Splitt zu. „Leichter gesagt als getan“, denke ich mir. Ich stütze mich mit der linken Hand ab und setze erst den linken, dann den rechten Fuß auf die Standfläche.

Vorsichtig drücke ich die Knie durch. Die Oberschenkel zucken, die Knie wackeln – beim Stand-Up-Paddling werden die Muskeln von den Waden über den Rücken bis in die Arme beansprucht. Wenn ich kurz die Körperspannung verringere, stehe ich sofort unsicherer.

Mit sanften Paddelzügen fahre ich vorwärts und werde immer stabiler. Nach den ersten 100 Metern ruft Splitt mir zu: „Dreh mal um, also nur auf der rechten Seite paddeln.“ Das mache ich, doch die Kurve kriege ich erst kurz vorm Ufer. Dann heißt es erst mal zurück zum Steg, die Knie müssen sich beruhigen.

Blick des Stand-Up-Paddlers aufs Wasser. 

Beim zweiten Versuch ist die erste Unsicherheit verflogen und der Fahrspaß beginnt. Ich kann zügig auf der Fulda auf- und abfahren und ohne Probleme umkehren. Wäre die Fulda einige Grade wärmer, könnte man auch Manöver ausprobieren.

Neben dem Spaßfaktor beansprucht Stand-Up-Paddling den ganzen Körper und ist wie für Hann. Münden gemacht. Denn der Blick über die fließende Fulda, grüne Hügel und die Häuser der Stadt ist atemberaubend.

Service

Der Mündener Kanu-Club bietet Stand-Up-Paddling immer dienstags ab 17 Uhr an. Treffpunkt ist das Klubhaus am Walter-Diestel-Weg 1. Zum Schnuppern kann jeder kommen, wer den Sport beim Mündener Kanu-Club langfristig betreiben möchte, soll in den Verein eintreten. „Dann erhält man auch einen Schlüssel zum Bootshaus und kann fahren, wann man möchte“, sagt Olaf Splitt.

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