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Zugelaufenes Kaninchen Molly mit HNA-Praktikantin Melanie Raschke.  

Brief auch in der Zeitung

Lost in Kreiensen: Verirrtes Schlappohrkaninchen Molly sucht Besitzer

Glück im Unglück für die süße Molly: Das Schlappohrkaninchen hatte sich verirrt und lief der HNA-Praktikantin Melanie Raschke zu. Mit einem Brief sucht Molly nun nach ihren Besitzern.

Hallo, ich bin Molly. So haben mich meine Finder genannt, als sie noch nicht wussten, dass ich eigentlich ein richtiger Mann bin. Aber naja, was soll ich tun? Jetzt nennt man mich eben Molly. Am Donnerstag, ich meine es war der 20. Juli, habe ich mich im Kreienser Brunstein verirrt.

Spät abends saß ich im Garten meiner neuen vorübergehenden Besitzerin. Ich hatte große Angst bei dem Gewitter und mir war schrecklich kalt, da mein Fell ganz nass war. Ich hasse dieses Regenwetter.

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Da sah ich zwei Mädchen im Wohnzimmer sitzen. Es sah so schön warm und kuschelig bei ihnen aus. Aber wie sollte ich es schaffen, ins trockene Haus zu kommen? Ich setzte mein traurigstes und süßestes Gesicht auf und schaute sehnsüchtig durch das Fenster. Ich wusste es doch – ich wickelte die beiden Damen damit um den Finger. Sie öffneten überrascht das Terrassenfenster und holten mich ins Haus. Drinnen angekommen wurde ich in eine Decke gewickelt und genoss die Wärme. Endlich hörte ich auf zu zittern.

Nachdem die beiden Mädchen endlich ausdiskutiert hatten, ob ich ein wilder Hase bin oder nicht – sehe ich mit meinen Schlappohren wirklich aus, wie ein Hase aus der Wildnis? – machten sie mir einen Stall zurecht, indem ich rumhoppeln konnte und endlich wieder ordentliches Futter hatte. Das war wirklich nett von den Beiden.

Doch ich hatte einen unglaublichen Durst. Hatten sie etwa vergessen, dass Kaninchen auch Trinken müssen? Nach einer paar Minuten gaben mir die schusseligen Damen eine große Portion Wasser.

Daraufhin ließen sie mich kurz alleine, um sich in der Nachbarschaft zu erkunden, ob mich jemand kennt. Aber niemand konnte sich an mich erinnern. Leider habe ich selbst bei den ganzen Gewittern und starken Regengüssen vergessen, woher ich komme...

Nachts fiel mir auf, dass der Stall fürchterlich nach Hund roch. Ständig wurde ich von dem Geruch wach. Den nächsten Morgen stellte sich heraus, dass ich die Nacht in einer riesigen Hundebox verbracht hatte. Wenn ich das meinen Kaninchenfreunden erzähle – das werden sie mir nie glauben. Die netten Mädchen besorgten mir aber gleich am nächsten Tag einen richtigen Kaninchenstall, darin fühle ich mich viel wohler.

Mittlerweile geht es mir wieder richtig gut und ich habe die kalten Tage in der Wildnis überstanden. Ich liebe es bei Sonnenschein durch den Garten zu hoppeln und mich auf dem Rasen zu entspannen. Mein neues Lieblingsgericht ist Löwenzahn mit Möhren – das schmeckt mir wahnsinnig gut.

Es ist wirklich nett hier, aber trotzdem fehlt mir mein altes Leben. Kann sich jemand an mich erinnern? Wo komme ich her? Ich hoffe, dass mein Besitzer mich vermisst. Ich wäre schrecklich traurig, wenn dieser mich einfach ausgesetzt hast. Schließlich muss er doch eigentlich wissen, dass ich dieses Regenwetter nicht ausstehen kann. Hoffentlich meldet er sich!

Hier ist die Telefonnummer meiner Freundin Melanie: 05563 / 56 12. 

Von Melanie Raschke

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