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Info-Behälter für medizinische Daten 

Infos im Kühlschrank: Die SOS-Dose soll Leben retten

Inge Hahnfeld ist 83 Jahre alt und in ihrem Kühlschrank bewahrt sie einen roten Behälter auf: Die SOS-Rettungsdose. Dank ihr wissen Rettungskräfte sofort, was zu tun ist, sollte Hahnfeld etwas geschehen.

Hahnfeld lebt allein. Sie hat Glück: Trotz ihres hohen Alters ist sie bisher von schlimmer Krankheit und Unfällen verschont geblieben. Für den Fall, dass sich das einmal ändern sollte und sie innerhalb kürzester Zeit auf medizinische Hilfe angewiesen ist oder sie gar einen medizinischer Notfall erleidet, hat die Seniorin nun ein Hilfsmittel zu Hause: Die SOS-Rettungsdose. Erfunden wurde die handliche Dose vom Lions Club Hanau Schloss Philippsruhe.

Die Dose

Die Rettungsdose ist zwölf Zentimer hoch, rot-weiß gestaltet und passt in jede Kühlschranktür – dazu später mehr. In der Dose steckt eine Art Patientenblatt. Dort schreibt der Besitzer seine persönlichen Daten drauf, welche Krankheiten und Einschränkungen er hat, welche Medikamente er nimmt und wo sie aufbewahrt sind. Bei Inge Hahnfeld, die an Diabetes leidet, sind zum Beispiel die Medikamente aufgeführt, die sie wegen ihrer Krankheit nehmen muss. Weitere Fragen, die auf dem Zettel beantwortet werden: „Haben Sie eine Patientenverfügung, wenn ja, wo, haben Sie eine Notfallmappe und einen Impfpass?“ Eine weitere wichtige Information ist die Blutgruppe, die ebenfalls auf dem Zettel eingetragen wird.

Aufbewahrung

Jetzt kommt der Kühlschrank ins Spiel – denn dort wird die Dose in der Innentür aufbewahrt. Der Grund ist einfach: „Jeder Mensch hat einen Kühlschrank und ihn fast immer in der Küche stehen“, erklärt Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann, der die Dosen kostenlos beim Seniorennachmittag der Gemeinde an die Gäste verteilt hat. Durch Aufkleber an der Eingangstür (innen) und einem zweiten an der Kühlschranktür (außen) wissen die Helfer sofort, dass eine SOS-Dose vorhanden ist und müssen nicht lange suchen.

Sicherheit

„Gerade bei Schlaganfällen und Herzinfarkten können wenige Minuten entscheidend sein“, weiß Inge Hahnfeld. „Ich fühle mich mit der Dose viel sicherer und weiß, dass mir im Falle eines Falles schneller geholfen werden kann.“ Und die 83-Jährige sorgt sich auch um Familienangehörige. „Mein Bruder ist 80 Jahre alt und hatte schonmal einen Schlaganfall“, erklärt sie. „Ihm werde ich auf jeden Fall auch eine Dose geben.“

Claudia Grebe von der Sozialstation Fuldabrück hat ebenfalls ein besseres Gefühl, wenn sie weiß, dass möglichst viele Senioren eine SOS-Rettungsdose besitzen. „Wenn eine Person blutverdünnende Medikamente nimmt, ist es sehr wichtig, dass der Rettungsdienst das bei einem Notfall weiß“, nennt sie eines von vielen schwierigen Beispielen, mit dem die Retter häufig konfrontiert werden.

Im Rathaus erhältlich

In Fuldabrück sind die Rettungsdosen im Rathaus für 1,30 Euro erhältlich. Ehepaare können sich eine Dose teilen, müssen aber zwei Patientenzettel benutzen. Kopiert werden dürfen sie nicht, weil die Idee des Lions Clubs geschützt ist. Außerdem können die Dosen von Gemeinden und Sozialdiensten im Internet bestellt werden. Dort sind die Dosen ab einer Stückzahl von 50 erhältlich. Bei einer Bestellung bis 200 Stück kostet eine Dose 2 Euro, je mehr bestellt werden, desto günstiger werden sie. 

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