SPD-Bundestagsabgeordneter Edgar Franke vor seinem Arbeitsplatz in Berlin.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Edgar Franke im Fragebogen

"Ich wäre gern der Hund von Uli Hoeneß"

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Edgar Franke aus Gudensberg im Schwalm-Eder-Kreis beantwortet unseren wöchentlichen Fragebogen. Darin überrascht er nicht nur mit Antworten zu seiner Lieblingsserie.

Edgar Franke war ein Jahrzehnt lang Bürgermeister von Gudensberg und sitzt nun schon seit sieben Jahren im Bundestag. Und trotzdem ist der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte immer noch wohltuend anders als viele seiner Kollegen. Der 56-Jährige ist authentisch geblieben und redet gern Klartext - auch in unserem Fragebogen. 

Wie sieht der perfekte Sonntagmorgen für Sie aus?
Ausschlafen, langes Frühstück mit der Familie, zwei Spiegeleiern und vielen Zeitungen - Sport schauen, langsames Joggen mit Freunden. Die Walker mit den Stöcken überholen mich meistens im Obersten Holz in der Nähe von Obervorschütz.

Welches ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?
Ich liebe alle Berge und Erhebungen wegen der weiten Sicht über die Landschaft. Das macht den Kopf frei. Den Blick vom Heiligenberg bei Felsberg haben ich als Kind besonders geliebt.

Was würden Sie als erstes ändern, wenn Sie König von Deutschland wären?
Als Vater zweier Töchter ganz klar - die Gleichberechtigung von Frauen und Männern, in der Bezahlung und der Teilhabe, auch in Arbeit, Wirtschaft und Politik. Im übrigen hat Rio Reiser das Thema ja zutreffend in seinem Song ironisiert.

Was wollten Sie als Kind werden?
Fußballprofi.

Warum hat es nicht geklappt?
Ich war vor 40 Jahren und Kilos trotz schulterlanger Haare ein pfeilschneller Rechtsaußen, aber leider auch oftmals schneller als der Ball.

Was ist für Sie die größte Erfindung der Menschheit?
Die Sprache - sie verbindet Menschen, über alle Grenzen hinweg.

Wenn Sie eine Woche auf Ihr Handy verzichten müssten: Was würden Sie vermissen?
Facebook und WhatsApp - über beide halte ich Kontakt zu Menschen im Wahlkreis, meiner Familie und Freunden. Inzwischen machen sogar viele Menschen mit mir Termine über Facebook und kommunizieren auch mit mir über Gott und die Welt.

Was braucht man zum vollkommenen Glück?
Dass man mit sich im Reinen ist.

Wo möchten Sie gern leben?
Ich bin Nordhesse von Geburt und aus Überzeugung - da wird man aber in Berlin oftmals für belächelt.

Vor was haben Sie Angst? 
Eine Rede halten zu müssen und keine Ton rauszubekommen!

Welche TV-Serie hat Sie zuletzt süchtig gemacht?
"House of Cards", wo es um Intrigen und menschliche Abgründe in der Politik geht - aber der Wahlkampf von Trump in den USA hat das fast getoppt.

Gibt es Gott wirklich?
Ich wollte eigentlich Pfarrer werden und hatte schon in Bethel angefangen, Griechisch und Hebräisch zu lernen. Insofern ein klares Ja.

Mit wem würden Sie gern tauschen?
Mit unserer Katze - sie findet die meiste Beachtung und Streicheleinheiten von meiner Frau und meinen Töchtern.

Woran merkt man, dass man jemanden liebt?
Dass man sich um jemanden sorgt und ihn vermisst und man für ihn immer da ist.

Was ist Ihre Lieblingstugend?
Verlässlichkeit.

Welche Eigenschaft bringt Sie auf die Palme?
Opportunismus, also wenn Menschen anderen nur nach dem Mund reden, um für sich einen persönlichen Vorteil zu erzielen.

Gesundheitsexperte und Ahle-Worscht-Fan Edgar Franke.

Sie nehmen an einer Expedition zum Mars teil: Welche drei Bücher nehmen Sie mit?
1. "Papa erzähl mal", ein Buch zum Ausfüllen, das meine Töchter mir geschenkt haben - auf dem Mars komme ich hoffentlich dazu, es mal auszufüllen.
2. Ulrich Plenzdorfs "Die Leiden des jungen W.". Es ein Buch über die Freiheit und das Lebensgefühl Jugendlicher, was mich vor vielen Jahren begeistert hat.
3. Ein Notizblock, um meine Eindrücke aufzuschreiben.

Und welche drei Musikalben?
"Ataraxia" von Passport, "Made In Japan" von Deep Purple und alles von Genesis.

Wem wären Sie lieber nie begegnet?
Dem Autofahrer in Italien, der mich vor fast 15 Jahren am Gardasee umgefahren hat. Seit dem Unfall humpele ich, weil ein Bein kürzer ist als das andere. Viele sagen aber, der Gang läge in der Familie, mein Vater hätte schon genauso gehumpelt.

Wie möchten Sie gern sterben?
Schnell und ohne Schmerzen.

Falls Sie wiedergeboren werden: Welches Tier wären Sie gern?
Eine Katze, aber nur in meiner Familie (siehe oben), oder als Hund von Uli Hoeneß - wegen der Würste.

ZUR PERSON: EDGAR FRANKE

Geboren

am 21. Januar 1960 in Gudensberg als Sohn des SPD-Landtagsabgeordneten und Landrats August Franke 

Ausbildung

Abitur an der Kasseler Albert-Schweitzer-Schule, Politik- und Jurastudium in Marburg und Gießen, Promotion über "Die hessischen kommunalen Ausschüsse zwischen kommunalverfassungsrechtlicher Stellung und kommunaler Praxis" 

Karriere

Franke war Gründungsrektor der Hochschule der Gesetzlichen Unfallversicherung in Bad Hersfeld.

Politik

Mit 16 Eintritt in die SPD, von 1999 bis 2009 Bürgermeister in Gudensberg im Schwalm-Eder-Kreis, seitdem Abgeordneter im Bundestag, wo er Vorsitzender des Gesundheitsausschuss ist.

Privates

Vater von zwei Töchtern, lebt mit seiner Familie in Gudensberg.

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