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Triumph bei der Biathlon-Weltmeisterschaft im Februar in Hochfilzen: Laura Dahlmeier freut sich über den Sieg im 15-Kilometer-Rennen. 

Laura Dahlmeier und Sven Fischer im Interview

Leistungen im Sportsponsoring: "Es gab keinen Siegeszwang" 

Der Heiz- und Kühltechnik-Hersteller Viessmann wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Bekannt ist das Unternehmen auch als Sponsor des Spitzen- und Nachwuchssports. Wir sprachen darüber mit den Biathlon-Profis Laura Dahlmeier und Sven Fischer.

Die Anfänge von Viessmann als Wintersportsponsor gehen zurück auf Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts: Mit einem Vertrag über Helmwerbung bei den Rennrodlern begann 1992/1993 das Engagement. Wenig später, ab der Saison 1996/97, war Viessmann schon Haupt- und Titelsponsor im Rennrodel-Weltcup.

Das Unternehmen unterstützt Skiclubs in Willingen und Winterberg, Skiinternate in Willingen und Oberstdorf sowie das Fritz-Fischer-Nachwuchscamp in Ruhpolding. Viessmann ist Partner der C-Kader aus Ski- und Bob-Verband.

Eine Partnerschaft mit Geben und Nehmen auf beiden Seiten ist auch die zwischen Sponsor Viessmann und den Biathlonassen Sven Fischer und Laura Dahlmeier. 

Ein Interview über die Partnerschaft zum Sponsor

Frau Dahlmeier, Herr Fischer, wie wird man Viessmann-Sportler und was bringt das für Vorteile?

Sven Fischer: Über die Jugendförderung kommt es für viele Athleten zu ersten Viessmann-Kontakten. Nicht allein der absolut sportliche Erfolg war und ist die Voraussetzung zur Aufnahme, sondern Charakter und Teamfähigkeit mit sportlicher Perspektive sind die Basis der Partnerschaft. Neben der finanziellen Unterstützung der Sportler ist die Tatsache, dass man ein Unternehmen mit sehr positivem Image repräsentiert, ein schöner Aspekt der Zusammenarbeit.

Dahlmeier: Viessmann unterstützt beispielsweise die komplette Jugendarbeit des Deutschen Ski-Verbands. Dadurch konnte ich selbst in meiner Jugend- und Juniorenzeit profitieren und durfte bereits sehr früh unter professionellen Bedingungen trainieren. Durch das Viessmann-Junior-Team entstanden erste Kontakte, aus denen in den Jahren darauf eine neue, starke Partnerschaft wurde.

Der Markenbotschafter hatte während seine Karriere tolle sportliche Erfolge: Sven Fischer 2005 in Hochfilzen bei der WM. 

Was war Ihr schönstes Erlebnis im Sport, das Sie im Zusammenhang mit Ihrem Sponsor Viessmann hatten?

Fischer: Bei mir waren es die Olympischen Spiele in Turin. Am 14. Februar 2006 lagen sich meine Eltern mit der Familie von Professor Viessmann in den Armen, nach meinem Sieg im Sprint.

Dahlmeier: Sportlich betrachtet war der Gewinn von fünf Gold- und einer Silbermedaille bei der Biathlon-Weltmeisterschaft in Hochfilzen dieses Jahr ein herausragendes Ereignis. Emotional war die Olympic Welcome Party von Viessmann in Allendorf nach den Spielen von Sotchi ein unvergessliches Erlebnis, weil alle gemeinsam ihre Erfolge wie in einer großen Familie feiern konnten.

Was erwartet der Sponsor von Ihnen? Müssen Sie bestimmte Leistungen erfüllen?

Fischer: Na klar. Man erwartet das faire Arbeiten in meinem Sport – sowohl Training, als auch Wettkampf – und ebenso mein Auftreten als Botschafter der „Marke Viessmann“ und die ehrliche Verbundenheit zum Unternehmen. Ich konnte und durfte an meine sportlichen Grenzen gehen. Es gab aber keinen Siegeszwang.

Dahlmeier: Das Unternehmen erwartet von mir, ein authentischer Botschafter der „Marke Viessmann“ zu sein. Das heißt, die Marke bei allen Wettkämpfen und Auftritten zu repräsentieren. Das umfasst auch mein Engagement bei Facebook und Co. sowie bei Events des Unternehmens. Dabei finde ich es besonders gut, dass solche Termine langfristig und mit großer Rücksicht auf meine Trainingseinheiten und Wettkämpfe abgestimmt werden.

Nachhaltigkeit, Umweltschutz, CO-2-Reduzierung – all das wird bei Viessmann großgeschrieben. Sind das Ziele, die Sie teilen?

Fischer: Jeder Athlet, der im Freien trainiert und Wettkämpfe bestreitet, weiß, es geht nur in einer intakten Natur. Gerade als Wintersportler spüre ich deutlich kleine Veränderungen in der Umwelt und beim Klima. Deshalb nutze ich jetzt viele Möglichkeiten, mich aktiv am Umweltschutz zu beteiligen und meine Mitmenschen dafür zu begeistern.

Dahlmeier: In meiner Freizeit gehe ich gerne in die Berge. Dort fühle ich mich überall auf der Welt sehr wohl, insbesondere in meiner Heimat in Garmisch-Partenkirchen. Das heißt aber auch, dass der Erhalt der Natur für mich ein sehr wichtiges Anliegen ist.

Können Sie als Sportler vom Sponsorengeld leben?

Dahlmeier: Zunächst einmal bin ich Zollbeamtin und bekomme dort mein Gehalt. Darüber hinaus erhalte ich von meinen Sponsoren Vergütungen in unterschiedlicher Höhe. Aber sicherlich sind diese Summen im Vergleich zu anderen Sportarten, wie etwa zum Fußball, sehr niedrig.

Fischer: Den Sport habe ich nie als Basis für mein tägliches Brot gesehen. Zu Beginn meiner Karriere gab es gar keine Siegprämien. Weltweit betrachtet können sicher einige Asse davon leben, aber das ist ein sehr kleiner Prozentsatz. Als Biathlet kann man nur als Siegläufer von den sich daraus ergebenden Einnahmen leben, und dies auch nicht mehr nach der aktiven Zeit.

Wie stehen Sie generell zum Thema Sponsoring im Sport? Sollte sich gerade Spitzensport anders finanzieren?

Fischer: Ohne finanzielle Unterstützung einzelner Organisationen und von engagierten Unternehmen ist eine erfolgreiche Nachwuchsförderung nicht möglich. Ohne Unterstützung werden viele Familien von erfolgversprechenden Talenten im Kinder- und Jugendalter allein gelassen. Und ohne Unternehmen wie Viessmann gingen in Deutschland noch mehr Talente verloren. Deshalb ein dickes Dankeschön ans Haus Viessmann.

Dahlmeier: Sponsoren sind ein wichtiger Bestandteil zur Finanzierung von Wettkämpfen und zur Förderung von Sportlern. Ich habe von der Viessmann-Nachwuchsförderung schon früh profitiert. Auch danach konnte ich durch diese Hilfe mein Trainingsumfeld professionell gestalten und bei besten Bedingungen trainieren. Ohne diese Unterstützung wäre ich sicherlich nie dorthin gekommen, wo ich heute bin.

Zur Person: Laura Dahlmeier und Sven Fischer

Laura Dahlmeier wird im August 24 Jahre alt und startet für den SC Partenkirchen. Die Zolloberwachtmeisterin ist aktuell fünffache Weltmeisterin (Mixed-Staffel, Verfolgung, Einzel, Staffel, Massenstart). 2016 war sie schon Weltmeisterin in der Verfolgung. 

Sven Fischer, 46, vom WSV Oberhof ist Markenbotschafter von Viessmann. Vier Mal Gold, zwei Mal Silber und zwei Mal Bronze gewann er bei Olympischen Winterspielen; siebenmal war er Weltmeister, zweimal holte er den Gesamtweltcup. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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