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Es ist keine schlechte Idee, den Herd nach dem Kochen auszuschalten.

Wenn ein Ceranfeld kindersicher ist, muss es nicht auch katzensicher sein

Tipps gegen Unfälle im Haushalt: Die Gefahren lauern überall

Im Haushalt sterben mehr als doppelt so viel Menschen wie im Straßenverkehr. Selbst glimpfliche Unfälle sind nicht ohne. Ein Experte gibt Tipps und erklärt, warum man sein Handy nicht nachts aufladen sollte. 

Ein Sprichwort besagt: „Die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Und es stimmt tatsächlich: Laut dem Statistischen Bundesamt sterben jährlich mehr als doppelt so viele Menschen bei Haushaltsunfällen als im Verkehr.

Natürlich gehen die meisten Unfälle deutlich glimpflicher aus. Björn Wiebers bekommt als Stadtbrandinspektor der Freiwilligen Feuerwehr Witzenhausen und als Versicherungsfachmann einige mit. „Viele Menschen denken, dass ihnen selbst schon nichts passiert“, sagt er. Dabei lauerten die Gefahren überall. Man müsse sich keine Panik machen, sollte aber achtsam sein. Wiebers macht gedanklich einen Rundgang durch eine Wohnung und weist auf typische Gefahrenstellen hin.

Björn Wiebers mit einem leicht entzündlichen Putzmittel.

Die Küche

Der Klassiker unter den Haushaltsunfällen sei der vergessene Herd. Aber auch Tiere können mit dem Herd einen Brand verursachen, weiß Wiebers: „Ich kenne einen Fall, da war ein Ceranfeld mit Sensortechnik ausgestattet. Das war kindersicher, aber nicht katzensicher.“

Eine weitere Gefahr seien Putzmittel. Die sollten nicht zusammen mit Lebensmitteln gelagert werden, also bestenfalls gar nicht in der Küche.

Das Badezimmer

Aber auch, wenn Putzmittel im Badezimmer gelagert werden, geht noch eine Gefahr von ihnen aus. Viele von ihnen haben entsprechende Symbole auf der Rückseite, weil sie leicht entzündlich, ätzend oder gefährlich für Umwelt und Gesundheit sind.

Eine weitere Gefahr im Badezimmer kommt daher, dass Wasser und Elektrizität auf engem Raum sind. Insbesondere mit dem Fön müsse man gut aufpassen, sagt Wiebers.

Das Wohnzimmer

Die Elektrizität wird auch zum Problem, wenn Mehrfachsteckdosen hintereinandergeschaltet werden. Wenn dann viele große Geräte gleichzeitig angeschlossen werden, kommt es zu einer Überlastung und das Kabel kann anfangen zu kokeln.

In der anstehenden Weihnachtszeit ist die Brandgefahr im Wohnzimmer besonders hoch, wenn Kerzen und trockene Tannenzweige aufeinandertreffen.

Stand-by muss nicht sein.

Das Schlafzimmer

Es ist keine gute Idee, das Handy über Nacht zu laden oder das Kabel tagsüber stecken zu lassen, weil es dabei heiß werden kann. Das gilt natürlich auch für alle anderen Geräte – besser nicht auf Stand-by lassen, sondern den Stecker ziehen.

Der Garten

„Heute hat fast jeder Haushalt eine Kettensäge, aber keine Schulung und keine Schutzkleidung dafür“, sagt Wiebers. Manche Menschen würden sich damit sogar auf eine wackelige Leiter stellen. Beim Umgang mit Werkzeug sei es wichtig, sich nicht zu überschätzen.

Der Keller

Das Gleiche gelte auch für Heimwerkstätten im Keller. Wenn dort mit Ölen und Farben gearbeitet wird, sei es wichtig, für eine ausreichende Belüftung zu sorgen.

Häufig würden Keller vollgestellt, erzählt Wiebers. Er hat bei Einsätzen erlebt, dass er nicht wusste, wo er laufen kann. Für ihn als Feuerwehrmann ist das ärgerlich, aber den Betroffenen können freie Fluchtwege sogar Leben retten.

Leben retten sollen auch Rauchmelder, die inzwischen in Hessen Pflicht sind. Jeder Haushalt sollte einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke haben, falls doch etwas passiert. Vorsichtshalber sollte man Geräte und deren Installation hin und wieder von einem Fachmann überprüfen lassen. Wenn ein Unfall passiert ist und man Hilfe braucht, sollte man auf jeden Fall die Nummer 112 wählen und die Feuerwehr rufen.

Weitere Tipps für mehr Sicherheit im Haushalt gibt es hier.

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