Glück kann man lernen: Das sagen Frank und Petra Hansmeier aus Habichtswald-Dörnberg. Das Ehepaar bietet seit vier Jahren Glücksseminare an. Foto: Ricken

Interview mit einem Seminarleiter

Was ist Glück und wie kann ich glücklich werden?

Was ist Glück und wie kann ich glücklich werden? Diese Fragen haben wir zum Internationalen Tag des Glücks am 20. März einem Mann aus Habichtswald-Dörnberg gestellt, der Glücksseminare anbietet. Die Lösung klingt gar nicht mal so schwierig.

Am Montag, 20. März, ist der Internationale Tag des Glücks - ausgerufen durch die Vereinten Nationen. An diesem Tag soll auf die Bedeutung des Glücks im Leben der Menschen auf der ganzen Welt aufmerksam gemacht werden. Aber was ist Glück und wie findet man es? Wir fragten Frank Hansmeier aus Dörnberg, der mit seiner Frau Glückseminare anbietet.

Herr Hansmeier, was ist Glück?

Hansmeier: Glück hat viele Facetten. Es ist zum Beispiel da, wenn etwas gelingt. Und das faszinierende dabei: Ich kann es mir selbst erschaffen, aus meinen eigenen Ressourcen. Damit werde ich vom Erdulder zum Gestalter.

Wie erzeuge ich Glück?

Hansmeier: Durch positive Konditionierung und indem ich die alltäglichen Saboteure in meinem Leben ausschalte.

Aber wie geht das konkret. Nennen sie doch mal Beispiele, wie man glücklich werden kann:

Hansmeier: Stecken Sie sich Geld ein und gehen Sie shoppen (Hansmeier lacht). Das ist eine banale Möglichkeit, um einen schnellen Glücksmoment zu erzeugen. Nachhaltiger ist es aber, die Wahrnehmung für positive Momente zu schärfen. Es gibt da einen tollen Trick, den wir in unseren Seminaren einsetzen. Man steckt sich bunte Edelsteine in die Hosentasche und jedes Mal wenn man etwas Positives erlebt, wandert ein Stein in die andere Hosentasche. Es bedarf nur kleiner Anlässe: Jemand lächelt sie an, sie fahren mit dem Auto durch die Stadt und haben grüne Welle, sie genießen ein Eis, beim Einkaufen lässt sie jemand an der Kasse vor oder es ist etwas schön anzusehen - einfach nur so. Am Ende jeden Tages können sie sich die Glückssteine nochmal ansehen und sich an die Geschichten erinnern. Viele unserer Teilnehmer sind erstaunt, wie viele Steine sie täglich in der „Glückstasche“ finden.

Wie erreiche ich dauerhaftes Lebensglück?

Hansmeier: Indem ich - wie schon gesagt - die alltäglichen Saboteure unschädlich mache. Wenn etwas nicht klappt, sagen wir manchmal „Was bin ich blöd“ und beschimpfen uns so selbst. Ganz falsch. Wenn ich zum Beispiel ins Auto steige und etwas im Haus vergessen habe, lobe ich mich stattdessen und sage: „Gut, dass du noch daran gedacht hast“. Langfristig glücklich werde ich auch damit, mir ein Ziel zu setzen und mich auf dem Weg dahin selbst zu ermutigen. Jetzt sollte man sich nicht gleich utopische Ziele setzen, sondern erreichbare - um letztlich von Erfolgserlebnissen profitieren zu können. Wichtig ist, sich generell nicht auf Probleme zu fokussieren, sondern die Möglichkeiten ins Auge zu fassen, die daraus erwachsen können.

Woher stammen die Strategien die sie lehren?

Hansmeier: Unsere Lehrinhalte resultieren aus dem Wissenschaftszweig der positiven Psychologie. Es sind erprobte Methoden, um dauerhaft zu Glück, Erfolg und einem gelingenden Leben zu gelangen.

Wie hat sie die intensive Beschäftigung mit dem Thema Glück persönlich verändert?

Hansmeier: Ich fahre nicht mehr so schnell aus der Haut und akzeptiere negative Erfahrungen schneller. Heute frage ich mich: Wozu gibt mir diese Erfahrung jetzt die Chance? Ich wechsele also schlicht die Perspektive.

Und zum Schluss: Sind sie selbst ein glücklicher Mensch?

Hansmeier: Ja, definitiv! Ich habe etwas aus meinem Leben gemacht, habe Spaß und lebe gern. Dabei ist auch bei mir nicht immer alles gut gelaufen. Aber ich habe die tiefe, innere Gewissheit, das alles gut ist und wird.

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