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Die Nahaufnahme einer Räuberfliege.

Von grimmig bis hin zu albern

Ganz nah dran: Fotograf zeigt, was in Insekten vorgeht

Frösche, Geckos, Insekten – sie gehören zu den winzigen Tieren, die der Mensch kaum wahrnimmt. Ein indonesischer Fotograf zeigt mit Makroaufnahmen, wieviel Persönlichkeit die Tiere haben – von freundlich und albern bis hin zu drohend.

Wer auf Muhammad Roems Facebook-Seite klickt, denkt zunächst, dass ihm ein ganz normaler 28-Jähriger entgegenstrahlt. Neben Werbung für das neueste Smartphone, veröffentlicht der junge Indonesier Bilder von sich selbst und seiner Familie. Doch je weiter man scrollt, umso Erstaunlicheres kommt zu Tage.

Freche Geckos und verliebte Frösche

Denn der Hobbyfotograf, der im echten Leben Sanitäter ist, hat eine Vorliebe für Gesichtsausdrücke. Dabei fotografiert er nicht seine Landsleute auf seiner Heimatinsel Batam, sondern die tierischen Bewohner der tropischen Insel, die zum Riau-Archipel gehört: Ein Gecko, der einem die Zunge rausstreckt, und sich dabei kaputt zu lachen scheint; ein Frosch, der sich ganz offensichtlich über die Freundschaft mit einer Gottesanbeterin freut; eine Libelle, die mehr wie ein außerirdisches Lebewesen als ein Insekt anmutet.

Teilweise ist der Indonesier mit seinem 100-Millimeter-Makro-Objektiv oder gar einem MP-E-65-Millimeter-Objektiv so nah dran, dass die Bilder deutlich mehr verraten, als das menschliche Auge es überhaupt erkennen kann. „Manchmal verbringe ich einen ganzen Tag damit, ein gutes Foto oder einen guten Gesichtsausdruck zu bekommen“, sagt er. Danach könne es nochmal eine Woche dauern, bis das Bild fertig bearbeitet sei.

Tierische Models sind nicht immer freundlich

Dass er genug Zeit am Stück hat, kommt jedoch aufgrund seines anspruchsvollen Berufs im Krankenhaus nicht allzu häufig vor. Ein weiteres Hindernis ist die Laune seiner Fotoobjekte, wie er im Laufe seiner Arbeit lernen musste. „Insekten und Reptilien sind nicht immer freundlich“, sagt der Indonesier. Er könne sie nur fotografieren, wenn sie nicht „gestresst“ seien. Um die Tiere zu entspannen, spiele er schon mal mit ihnen. Dazu gehört auch, dass er seine Lieblingsmotive – Frösche – auf der Kamera herumklettern läßt.

Die meisten Fotos nimmt er in einem Wald in der Nähe seines Hauses auf Batam auf. Auf die Jagd nach dem besten Schnappschuss geht er jedoch nur, wenn das Wetter etwas kühler ist. Vor allem Frösche würden dann aktiv werden, erklärt der Fotograf. Wichtig sei, die Tiere „nicht in die Sonne zu bewegen, denn das löst Stress aus und man kann kein gutes Foto machen“. Außerdem würde sich die Hautfarbe der Tiere dadurch verändern.

Seltener Einblick in tierische Persönlichkeit

Obwohl der 28-Jährige erst seit drei Jahren fotografiert und sich das meiste selbst angelernt hat, sind seine Bilder bereits international von Medien wie dem „Mirror“ oder der BBC veröffentlicht worden.

Denn die Faszination, die von den Fotos des Indonesiers ausgeht, ist nicht nur der Fakt, dass es sich um geniale Tieraufnahmen handelt, sondern dass die Bilder Stimmungen und in gewisser Weise Charakter und Persönlichkeit von Reptilien, Amphibien und Insekten einfangen, wie man dies bisher selten gesehen hat.

Der Fotograf

Zur Facebookseite des Fotografen geht es hier

Von Barbara Barkhausen

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