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Sie kann putzen und versüßt einsamen Arbeitnehmern die abendliche Heimkehr - die virtuelle Ehefrau, die ein japanisches Unternehmen als Hologramm entwickelt hat.

Entwicklung einer japanischen Firma

Leicht bekleidet und blutjung - wenn ein Hologramm die Ehefrau ersetzt

Ein japanisches Unternehmen hat eine virtuelle Ehefrau entwickelt, die einsamen Arbeitnehmern die abendliche Heimkehr versüßen soll. Das Hologramm kann sogar ein bisschen putzen. Die ersten 300 künstlichen Partnerinnen sollen im Januar ausgeliefert werden.

Azuma Hikari ist der Name der virtuellen Ehefrau, die von der japanischen Firma Vinclu entwickelt worden ist. Sie steht nicht lebensgroß irgendwo im Raum, sondern ist in einer Box gefangen, die 50 Zentimeter hoch und fünf Kilogramm schwer ist und einer Kaffeemaschine ähnelt.

In dieser Box wird das Hologramm von Azuma erzeugt. Ein wenig wirkt es, als stünde Azuma in einem Aquarium. Optisch erfüllt die leicht bekleidete, blutjunge Ehefrau mit den langen, blauen Haaren wohl alle Wünsche der Anime-Fangemeinde. Animes sind japanische Zeichentrickfilme, deren Figuren vor allem durch sehr große Augen gekennzeichnet sind.

Ein digitaler Alleskönner ist Hikari sicher nicht. Letztlich ist die niedliche Hologramm-Partnerin nichts weiter als ein schnödes Heimautomatisierungssystem à la Google Home. Auch Konkurrent Amazon hat mit Alexa bereits eine Kontrolleinheit für das Internet der Dinge für den Hausgebrauch auf den Markt gebracht. Hikari ist künstliche Intelligenz in niedlich. Mit Hilfe von Kameras, Mikrofonen, Bewegungs-, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren merkt sie sich die Stimme und das Gesicht ihres Besitzers und kommuniziert mit ihm.

So erinnert sie im offiziellen Werbevideo ihren vermeintlichen Ehemann daran, einen Schirm mit zur Arbeit zu nehmen, da es eventuell regnen könnte. Von unterwegs kann der Besitzer mit Hilfe einer eigenen Smartphone-App Textnachrichten mit seiner virtuellen Partnerin austauschen. Das blauhaarige Mädchen schreibt dann schon mal, wie sehr sie ihren Meister vermisst. 

Die Software ist so programmiert, dass sie auch intelligente Haushaltsgeräte steuern kann. So kann Hikari sogar ein wenig Hausarbeit erledigen, während sie auf ihren Ehemann wartet. Staubsaugroboter, intelligente Klimaanlagen und Beleuchtungssysteme lassen sich beispielsweise mit ihrer Software fernsteuern. Sie kann etwa so eingestellt werden, dass sie das Licht anschaltet, kurz bevor der Besitzer die Wohnung betritt. So hat der das Gefühl, nicht in ein leeres Zuhause zu kommen.

Da viele Japaner Fans von Animes sind, hat Azuma durchaus Erfolgspotenzial.

Da viele Japaner Fans von Animes sind, hat Azuma durchaus Erfolgspotenzial. Wohl nicht zuletzt, weil die traditionelle Ehe und selbst die Suche eines Partners aus Fleisch und Blut bei jungen Japanern immer unbeliebter werden. Noch vor wenigen Jahrzehnten waren 98 Prozent der erwachsenen Japaner verheiratet. Heute haben laut offiziellen Umfragen knapp 40 Prozent der jungen Erwachsenen keinen Partner – und wollen auch keinen. Im Werbevideo für Azuma freut sich ihr Besitzer, dass die Wohnung gesaugt ist und das Licht brennt, wenn er nach Hause kommt. „Es ist schön zu wissen, dass jemand auf mich wartet“, sagt er am Ende des Filmchens zu sich selbst.

Die ersten 300 Exemplare sollen im Januar für 2630 Euro in Japan ausgeliefert werden. Für Europa gibt es noch keine konkreten Pläne für einen Verkaufsstart.

Die Firma Vinclu hat für die Figur Azuma auch eine kleine Lebensgeschichte gestaltet: Sie ist 20 Jahre alt und kommt ursprünglich aus einer anderen Dimension. Man habe sie eingeladen, die Dimensionen zu wechseln und einen Aufenthalt bei einem Ehemann auf der Erde zu machen. Nur Insekten sollte es in dessen Wohnung besser nicht geben, denn die mag die Holo-Lady gar nicht. Dafür liebe sie Donuts und sei eine hervorragende Spiegeleiköchin, preist der Hersteller ihre Vorzüge an. Ihr Traum sei es, Menschen, die hart arbeiten, zu helfen, steht in ihrem Profil. „Ich möchte Neues lernen“, lässt der Hersteller sein Holo-Mädchen sich selbst vorstellen. Doch gleich darauf dämpft die niedliche Anime-Heldin allzu hohe Erwartungen potenzieller Kunden. „Ich wäre meinem Meister gern eine Hilfe, aber vielleicht schaffe ich nicht alles und verärgere ihn auch mal“, entschuldigt sie sich. Sie müsse noch viel lernen, aber sie strenge sich sehr an, um ihrem Meister irgendwann eine echte Hilfe zu werden, verspricht sie gleich darauf.

Von Susanne Steffen

Das Zuhause wird intelligent

Systeme, die den Haushalt und die Unterhaltung erleichtern, gibt es bereits einige auf dem deutschen Markt. Sie sind zwar nicht in ein liebliches Äußeres gekleidet wie die oben beschriebene Holo-Figur Azuma Hikari. Doch können sie meist viel mehr als nur einen Staubsauger loszuschicken und das Licht anzuknipsen.

Smart-Home heißen solche Systeme. Das bedeutet, dass Geräte zuhause mit dem Internet und untereinander verbunden sind. Unter anderem das ist damit möglich:

  • Geräte zuhause lassen sich über ein Smartphone steuern. Von unterwegs kann beispielsweise die Heizung bedient, der Staubsaugroboter aktiviert, das Bild der Überwachungskamera überprüft werden.
  • Der Kühlschrank merkt, wenn die Milch fast leer ist, und bestellt automatisch neue. 
  • Sobald ein Fenster geöffnet ist, kommuniziert es mit dem Thermostat, das dann die Temperatur runtergeregelt, damit keine Energie verloren geht.
  • Die Haustür warnt, wenn vergessen worden ist, sie abzuschließen.
  • Die Bewässerungsanlage startet, wenn die integrierte Wetterstation trockene Tage vorhersagt.
  • Dem Postboten kann per Handy die Haustür geöffnet werden, wenn er sich zuvor per Videochat zu erkennen gegeben hat.

Es gibt Smart-Home-Systeme, die dazulernen. Etwa, welche Zimmertemperatur der Bewohner morgens haben möchte, welche Musik er am liebsten im Bad hört und wann es am besten ist, den Saugroboter loszuschicken.

- Test von Smart-Home-Systemen

- Informationen über Systeme und Anwendungen im Onlinemagazin Smart Home Welt

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