Auftakt: In der 300. Jubiläumsfolge von „Alarm für Cobra 11“ bekommt Semir Gerkhan (Erdogan Atalay, links) einen neuen Partner an die Seite gestellt. Daniel Roesner übernimmt die Rolle des Kriminalkommissars Paul Renner. Foto: RTL

„Autos fangen nur selten Feuer“

Wie realistisch ist "Alarm für Cobra 11"? Ein Polizeisprecher über die Stunts im Fernsehen

Die 41. Staffel der erfolgreichen Actionserie „Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei“ mit den Kripobeamten Semir Gerkhan und Paul Renner wird seit gestern im TV ausgestrahlt.

Seit nun mehr21 Jahren ist die Serie ein Dauerbrenner im Privatfernsehen. Wir haben das zum Anlass genommen, mit Polizeisprecher Torsten Werner über das Format zu sprechen.

Wie wird die Serie in Polizeikreisen wahrgenommen?

Torsten Werner: Wir wissen, dass sich die Serie großer Beliebtheit erfreut, mit der echten Arbeit der Polizei hat sie allerdings nur wenig zu tun. Flapsig gesagt, die Actionserie bietet keine Inhalte für den Dienstunterricht oder gar das Polizeistudium.

Wie realistisch sind die Verfolgungsjagden und Explosionen, die dort gezeigt werden?

Werner: Die mitunter sehr spektakulären Verfolgungsfahrten haben ebenfalls nur wenig mit den echten Verfolgungen zu tun. Besonnenheit und eine niedrige Risikobereitschaft sind oberstes Gebot der echten Polizei. Da kann es sogar mal sein, wenn das Risiko für die Beamten oder andere Beteiligte zu groß wird, dass eine Verfolgung abgebrochen wird. Das dürfte für Semir Gerkhan und Paul Renner nicht in Frage kommen.

Die Art und der Umfang der Explosionen entbehren jedweder Realität. In den wenigsten Fällen, fängt ein Auto nach einem Unfall Feuer.

Torsten Werner

Gibt es auch Szenen die der Realität entsprechen?

Werner: Bei den spektakulären Actionszenen eher nicht, wenn überhaupt, bei unauffälligen Szenen. Im neuen Streifen soll es ja die Autobahnhelden zu einem Campingurlaub nach Rügen verschlagen. Dabei entspricht bestenfalls der Realität, dass echte Polizisten auch mal gemeinsam Urlaub machen.

Ärgern sie sich über die Darstellung der Polizeiarbeit oder empfindet sie es als amüsant?

Werner:Nein, zum Ärger ist nicht wirklich Anlass, denn der Zuschauer kann sehr wohl zwischen Realität und Fiktion unterscheiden. Ob amüsant, unterhaltend oder nicht, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Schauen sie oder die Kollegen die Sendung an?

Werner: Es wird sicherlich den ein oder anderen Kollegen geben, der die Serie schaut. Möglicherweise verhält es sich dabei, wie beim Lesen der Bildzeitung. Man kennt die Inhalte, leugnet aber, sie zu lesen.

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