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Die Zimmerer-Nationalmannschaft mit (von links) Trainer Sascha Brück, Alexander Bruns, Kevin Hofacker, Marc Becker, Marcel Renz, Aaron Wilhelmi. 

Trainingslager im Bundesbildungszentrum in Kassel

Diese Zimmerer sägen und hobeln um Gold

Diese Männer sind die Cristiano Ronaldos unter den Handwerkern. Die Zimmerer-Nationalmannschaft bereitet sich in Kassel auf die nächsten Titelkämpfe vor. Mit dabei ist auch ein Nordhesse. 

Die jungen Männer arbeiten unermüdlich, messen, hämmern, sägen und schrauben. Vier Tage lang. Sie gehören der Zimmerer-Nationalmannschaft an und bereiten sich im Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes in Kassel auf die nächsten Meisterschaften vor.

Die Zimmerer-Nationalmannschaft: Das sind sechs junge Männer aus ganz Deutschland. Einer von ihnen ist Aaron Wilhelmi aus Löhlbach. Der Landessieger ist seit November 2016 im Team. Vier Kollegen haben mit ihm die Zimmerer-Europameisterschaft 2018 in Luxemburg im Visier. Die anderen beiden trainieren für die Weltmeisterschaft im Oktober. Mit dabei im Training: Trainer Sascha Brück, Ausbildungsmeister im Bildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes. Wir erklären, was die Zimmerer-Nationalmannschaft macht.

Die Mannschaft

Meistens besteht die Mannschaft aus sechs jungen Männern. Um ins Team zu kommen, muss man sich zunächst qualifizieren. „Das beginnt schon bei der Abschlussprüfung zum Gesellen. Der Beste einer Innung nimmt am Kammerwettbewerb teil. Siegt er, hat er dann die Chance, sich beim Landeswettbewerb zu beweisen“, erklärt Sascha Brück. Dann gehe es weiter zum Bundesleistungswettbewerb, die Deutsche Meisterschaft. Der Gewinner hat die Chance, in die Nationalmannschaft aufgenommen zu werden.

Die Anforderungen

Neben der Qualifikation spielt auch das Alter eine wichtige Rolle. Um bei der EM teilzunehmen, darf man maximal 23 Jahre alt sein, bei der WM 22 Jahre. „Jeder darf auch nur einmal an einem Wettbewerb teilnehmen“, erklärt Teammitglied Alexander Bruns. Damit soll jeder Zimmerer die Chance auf Meisterschaften haben. „Für die Nationalmannschaft muss man viel Freizeit opfern“, sagt Aaron Wilhelmi. Der Beruf müsse für diese Zeit zum Hobby werden.

Das Training

Das Training findet etwa alle sechs Wochen in den Ausbildungszentren in Kassel und im schwäbischen Biberach statt. Dazu kommen Trainingseinheiten auf Messen und bei Sponsoren. „Unsere beiden Trainer überlegen sich Aufgaben, die möglichst alle Techniken beim Zimmern abdecken“, erklärt Aaron Wilhelmi. Bei den Meisterschaften soll es keine Überraschungen geben. Trainer Sascha Brück erklärt: „Anhand von alten Aufgaben, die in den Wettbewerben vorkamen, überlege ich mir neue für das Team.“ Jeder im Team arbeitet für sich und löst die Aufgabe allein.

Die Meisterschaften

Die Teilnehmer einer EM oder WM erhalten Pläne. Dann geht es ans Konstruieren. Die Zimmerer zeichnen die Pläne auf eine große Holzplatte auf, die als Schablone dient. Darauf können die Männer dann die Holzbretter abmessen und zuschneiden.

Die Kriterien bei den Meisterschaften sind streng: In kurzer Zeit müssen die Zimmerer komplizierte Dachkonstruktionen bauen, saubere und gut verständliche Pläne erstellen, und das Holz sauber aussägen und verarbeiten.

„Alles muss bis auf einen halben Millimeter stimmen. Nacharbeiten ist dabei nicht erlaubt, sonst gibt’s Punktabzug“, sagt Marcel Renz.

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